Der Bauernkalender

Der Bauernkalender

Bauernregeln, die das Jahr bestimmen

Ein kalter Wind weht über die Felder. Es ist der 21. März. Der Winter ist noch nicht ganz vorüber, aber der Bauer weiß, was er zu tun hat. Denn sein Vater, sein Großvater und auch sein Urgroßvater haben seit jeher am 21. März mit der Aussaat begonnen. Schließlich besagt eine alte Bauernregel: „Soll das Korn gar üppig stehen, soll man es an St. Benedikt säen.“

In früherer Zeit kann das einfache Volk vielerorts weder lesen noch schreiben. Damals richten sich Tagewerk und Arbeit der Bauern nach der Sonne, die Festlichkeiten und die Bezeichnungen der Tage orientieren sich an den Gedenktagen der Heiligen. 

„Morgen ist der 19. März.“ So hätte es ein Bauer vor einigen Jahrhunderten wohl nicht formuliert. Stattdessen hätte er wohl gesagt: „Morgen ist Josephi-Tag.“

Die Grundlage dafür ist das Calendarium Romanum Generale. Es listet die Fest- und Gedenktage aller Heiligen auf und liefert damit die Eckpunkte der jahreszeitlichen Orientierung.  

In jedem Dorf sind regionale Heilige und Patrone zu finden. Man verehrt sie und auch die Feste richten sich je Ort nach unterschiedlichen Gedenktagen. In Altmünster beispielsweise findet jedes Jahr einer der größten Kirtage des Landes statt. Und zwar immer am Wochenende vor Maria Magdalena, deren Gedenktag am 22. Juli gefeiert wird.

Bis heute überliefert und auch noch manchmal angewendet sind die Wetterregeln, die sogenannten „Bauernregeln“. Es sind einfache Sätze in Reimform, die man von Generation zu Generation mündlich weitergegeben hat. Ohne Satellitenbilder, Fernsehen und Internet ist man auf das althergebrachte Wissen um die Natur angewiesen. So heißt es etwa für den 19. März: ,,Ist’s am Josephstag klar, folgt ein fruchtbar‘ Jahr!‘‘

Außerdem ist der Bauernkalender eine notwendige Orientierungshilfe für verschiedene bäuerliche Tätigkeiten, wie Aussaat und Ernte. Deshalb heißt es für den 4. April: „Erbsen säe an Ambrosius, so tragen sie reich und geben Mus.“

Die gereimten Weisheiten haben in Zeiten moderner Wettervorhersagen an Bedeutung verloren. Aber vielleicht entdeckt man noch so manchen Zusammenhang zwischen Wind, Wolken und Sonne wieder und könnte sich erneut einen Reim darauf machen.

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