Die Fischerei am Traunsee
Eine lange und bedeutende Geschichte für den Traunsee
Heitere Menschen genießen den lauen Abend, es weht ein zarter Wind, der die Hitze des Tages vertreibt. Der See erzählt seine eigene Geschichte. Der unvergleichliche Duft nach frischem Fisch, über Holzkohle gegrillt, im Gleichklang mit anderen köstlichen Aromen nimmt uns mit auf eine Reise in ferne Welten und lässt uns der Hektik des Alltags für einen Moment entfliehen…
Der Traunsee ist ein landschaftliches Juwel des Salzkammergutes. Mit einer Fläche von über 25 Quadratkilometern ist er der zweitgrößte See Oberösterreichs. Der tiefste Punkt liegt 191 m unter der Wasseroberfläche und damit ist der Traunsee der tiefste See Österreichs.
Das klare Wasser hat eine große Sichttiefe und erwärmt sich auch im Sommer kaum über 20 Grad. Das Gewässer wird von der Traun gespeist, die den See in Süd-Nordrichtung durchfließt. Sie mündet in Ebensee in den Traunsee und verlässt ihn bei Gmunden.
Die Fischerei im Salzkammergut und am Traunsee hat eine lange Tradition. Die Grundherrschaft Traunkirchen muss die Holz- und Salzgewinnungsrechte an die kaiserliche Verwaltung abtreten, behält aber das Territorial-, Jagd- und Alpenrecht.
Die Grundherren der Herrschaft Traunkirchen sind die Jesuiten. Die ihnen unterstehenden Fischgründe erstrecken sich auf zahlreiche Seen und auf einzelne Bäche und Flüsse des Salzkammergutes: Traunsee, Offensee, Wildensee, Weißenbach, Rindbach, die Alte Traun und die Hälfte des Hallstätter Sees. „Die Fischer haben jährlich 300 Reinänkhel und Laegchse zu liefern“. So bestimmen es die Jesuiten bis 1756, dann endet ihre Grundherrschaft und damit auch die lokale Fischlieferung.
Im Traunsee werden überwiegend Raubfische geangelt, insbesondere Barsche und Hechte. Da diese Fischarten beste Voraussetzungen vorfinden, werden sie in teils beträchtlichen Größen gefangen. Weitere Fischarten, die im Traunsee an den Haken gehen, sind Aal und Aalrutte, sowie diverse Weißfischarten, etwa Rotauge, Brachse, Aitel oder der ganzjährig geschonte Perlfisch. Gelegentlich werden Bach- und Regenbogenforellen sowie Karpfen aus dem Wasser gezogen.
Eine Besonderheit im Traunsee ist der „Riedling“. Dabei handelt es sich um eine kleinwüchsige Renkenform, die nur hier zu finden ist. Früher als klassische Zwischenmahlzeit der Armen abgetan, findet der Riedling heute großen Anklang als sogenannter „Steckerlfisch“, wie diese Delikatesse in der Region genannt wird.
Dass der Riedling - anders als früher – heute beinahe eine Rarität ist, hat eigentlich einen positiven Grund: das saubere Wasser. Früher wurden Abwässer, Fäkalien und Abfälle direkt in den See geleitet, das Wasser war überdüngt und die Fische im Planktonparadies. Je sauberer das Wasser, desto weniger haben die Fische zu fressen.
Im Agrarbildungszentrum Salzkammergut werden junge Menschen zu Fischereifacharbeitern und -meistern ausgebildet. Denn das, was abends geschmackvoll angerichtet auf unseren Tellern landet, erfordert tagsüber und vor allem früh morgens viel Arbeit. Drei Berufsfischer gibt es derzeit noch am Traunsee. Durch den Ausbildungszweig des Agrarbildungszentrums bleibt die Hoffnung, dass der älteste Beruf des Salzkammerguts nicht aussterben wird.
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