Schwanthaler Krippe

Die Schwanthaler Krippe

Die Mutterkrippe der Salzkammergutkrippen

Die Pfarrkirche von Altmünster beherbergt die Mutterkrippe der Salzkammergutkrippen, die Schwanthaler Krippe. Es ist das einmalige Krippenwerk von Johann Georg Schwanthaler aus dem 18. Jahrhundert. Der 1740 in Aurolzmünster geborene Schwanthaler betrieb in Gmunden, wo er 1810 verstarb, seine Werkstätte. Hier fertigte er auch die Altmünsterer Krippe an.

Die Schwanthaler Krippe besteht aus sieben Teilen, präsentiert in sieben Schaukästen in der Beichtkapelle. Von der Anbetung der Hirten, der Beschneidung von Jesus über die Darstellung im Tempel bis hin zum 12-jährigen Jesus im Tempel.

Da Schwanthaler weder Kamele noch Elefanten jemals in natura sah, sind bei der Anbetung der Könige seltsame Tiere zu sehen. Das Kamel hat einen Schwanenhals, der Elefant einen Schweinsrüssel, Pfoten wie ein Hund und einen Schwanz wie ein Ochse.

Viele Details dienten späteren Schnitzern als Vorbild für eigene Arbeiten und gehören heute noch in jede Salzkammergutkrippe wie z.B. der Hirtenschlaf, die Gruppe "Voda, lass mi a mitgehn" und Gloria Engel. Sie spiegeln das ehemals ärmliche tägliche Leben der Menschen und alle Grade der inneren Beteiligung am heiligen Geschehen wider.

Dargestellt wird auch die Flucht nach Ägypten, Josef und die auf einem Esel reitende Maria mit dem Kind. Der Fluchtengel gilt als der schönste Engel in der oberösterreichischen Krippenkunst.

Auch der gemalte Hintergrund (um 1770) "der Prospekt", gilt seither als typisch für die Salzkammergut Krippen, genauso wie das Nebeneinander des "Himmlischen Jerusalem" mit der Alpenlandschaft und deren Bewohner.

Alle Figuren haben noch ihre Originalbemalung.

Früher war die Krippe auf dem linken Seitenaltar aufgestellt, später in Teilen in der Allerheiligenkapelle. Seit 1974 ist sie als komplettes Ensemble in der Beichtkapelle zu bewundern.

Das Werk Johann Georg Schwanthalers umfasst neben Skulpturen von Heiligen und Krippenfiguren überwiegend Reliefs. Viele davon befinden sich heute in den Sammlungen der Stifte Schlierbach, Kremsmünster und in der Schatzkammer der Heiligen Kapelle zu Altötting. Er fertige außerdem eine Krippe und die Statuen der vier Kirchenväter für den Chor der Pfarrkirche des heiligen Martin in Kematen an der Krems.

Die Krippe ist von Heilig Abend bis Mariä Lichtmeß täglich von 14:00 - 16:00 und an Sonn- und Feiertag von 08:00 – 11:00 zu sehen.

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