Auf den Spuren der Römer
Vom keltischen Königreich zur römischen Provinz Noricum und ein Grabstein als Zeugnis der Unterjochung
Die Äste der Bäume am Ufer des Traunsees erzittern im rhythmischen Marsch von Fußsoldaten. Vor dem Hintergrund des üppigen Grüns der Landschaft erinnern die roten Umhänge der Krieger an die Spuren von Blut, die sie überall, wo sie auftauchen, hinterlassen. Und an die eiserne Faust des Imperiums, die, allein um Gallien zu erobern, fast eine Million Menschen umgebracht hat. „Pacificare“, befrieden, nannte es Gaius Julius Cäsar. 50 Jahre später besetzen die römischen Soldaten das keltische Königreich Noricum.
Die Handelsbeziehungen, die schon lange zwischen Römern und Kelten existieren, nehmen ab 15 v. Christus einen gewaltigen Aufschwung. Die Römer übernehmen die profitablen Geschäfte, das keltische Herrschaftsgebiet verwandelt sich in die römische Provinz Noricum. Salz, Gold und Eisen sind für Rom begehrte und notwendige Rohstoffe für ihre militärische Expansion.
Die Spuren der Römer sind auch noch 2000 Jahre später in Altmünster sichtbar. Ein römischer Grabstein befindet sich heute in der Sakristei der Pfarrkirche von Altmünster. Er stammt aus der Zeit um 200 nach Christus und ist ein Zeugnis der Unterjochung der keltischen Bevölkerung.
Die Inschrift des römischen Grabsteins lautet:
DIIS MANIBUS
LUPUS VILICUS FECIT
PROBINO ACTORI
SOCERIONI ET
PROBA SOROR
FRATRI OBITO ANNORUM QUADRAGINTA (XL)
ET URSAE CONJUGI VIVAE
FACERUNT
Übersetzung nach Dr. Gerhard Winkler:
Den Ahnengeistern
Der Verwalter Lupus hat (das Grabmal)
errichtet für den Rechnungsführer Probinus,
seinen Schwager, und die Schwester Proba
für ihren mit 40 Jahren verstorbenen Bruder,
und (beide) haben (es) für seine noch
lebende Gattin Ursa errichtet:
Alle vier Personen waren Sklaven, die beiden Männer geben ihre Berufsbezeichnungen an: Lupus war vilicus d.h. Verwalter eines größeren Landgutes, Probinus war als „factor“ für die Finanzen zuständig. Wie die Namen (lupus- „Wolf “, ursa - „Bärin“) zeigen, gehörten alle vier zur einheimischen Bevölkerung. Die Errichtung eines Grabsteins beweist jedoch das Vorhandensein eines bescheidenen Wohlstands.
Neben dem Römergrabstein gibt es in Altmünster noch einen Fund aus der Römerzeit: Die Fundamente einer Villa Rustica werden ausgegraben, allerdings sind die Überreste sehr spärlich und nicht präsentierbar. Besser dokumentiert ist eine Villa Rustica in Weyregg am Attersee.
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