Menschen im Klinikum
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Ausgabe 02

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Menschen im Klinikum

 

Philip Rodinger, Parkpflege und Anlagen

 

Nachdem ich die Höhere Bundeslehr- und Forschungsanstalt für Gartenbau in Schönbrunn abgeschlossen hatte, arbeitete ich sieben Jahre lang bei der Firma Offenberger in Haag. Durch Zufall erfuhr ich, dass im Landesklinikum Mauer ein Gärtner gesucht wird, bewarb mich und begann im Dezember 2011 hier zu arbeiten.  Damals war dieser Arbeitsbereich in Parkpflege und Transporte, unter der Leitung von Karl Klem, sowie Gärtnerei, unter der Leitung von Robert Schuller, geteilt.

Im Jahr 2014, als Herr Schuller in Pension ging, übernahm ich die Leitung der Gärtnerei, 2019, nach der Pensionierung von Herrn Klem, kam noch der Bereich Parkpflege und Transporte dazu. Die beiden Bereiche wurden zusammengelegt und laufen nun unter „Park- und Anlagenpflege“.

Zu meinem Tätigkeitsbereich zählt: Dienstplanerstellung, Arbeitseinteilungen, Verwaltung des hauseigenen Baumkatasters, Pflanzenanzucht und Rabattenpflege. Mein Team ist zusätzlich verantwortlich für den Heckenschnitt, das Rasenmähen, den Kirchenschmuck, die Friedhofsverwaltung, den Essenstransport und den allgemeinen Transport im gesamten Klinikum, das Ausbringen der Ausfassung (Magazin – Medikamentenverteilung zu den verschiedenen Pavillons, ect.), den Müllabtransport sowie den Sanitäts- und Krankendienst (SanKra) und natürlich auch für den Winterdienst sowie die Herstellung unseres alljährlichen Adventschmucks in Zusammenarbeit mit der Außengruppe. Noch viele andere Tätigkeiten, wie etwa die teilweise Mitbetreuung des Streichelzoos oder das Durchspülen des alten Kanalsystems sowie diverse hausinterne Übersiedelungen gehören zu unserem Aufgabenbereich im Klinikum. All die einzelnen Tätigkeiten hier anzuführen, würde den Rahmen allerdings sprengen. Grundsätzlich ist es sehr vielfältig und abwechslungsreich, was auch einen gewissen Reiz darstellt im Hinblick auf die Bewältigung dieser vielseitigen Aufgabe. Gesamt verwalten wir ca. 60 ha Grund.

Durch die saisonale Arbeit kommt es öfter zu personellen Engpässen. Ohne das bestehende verlässliche Team und ­dessen Flexibilität würde die Durchführung dieser vielen verschiedenen, umfassenden Tätigkeiten in den unterschiedlichsten Bereichen nicht möglich sein!

Ich bin sehr zufrieden mit meinem Arbeitsbereich, jedoch wünsche ich mir für die Zukunft auf jeden Fall, dass die bestehenden Dienstposten erhalten bleiben und eine Aufstockung des Personals, um eine weitere reibungslose und zeitgerechte Abwicklung all dieser vielfältigen Aufgaben bewerkstelligen zu können. Denn die Angestellten der Park- und Anlagenpflege sind in unserem Fall weit mehr als nur der Gärtner von nebenan, der den Rasen mäht.

  

  

Alois Steinkellner, Arbeits- und Beschäftigungstherapie

 

Im Jahr 1986 habe ich in Mauer auf Pavillon 3 B, Akutpsychiatrie, angefangen zu arbeiten. 1992 diplomierte ich und blieb noch auf der Akutpsychiatrie bis 1999. In diesem Jahr wurde die forensische Abteilung eröffnet und ich wechselte auf diese Station. Mit den Jahren zeigte sich mir,

wie wichtig eine Tagesstruktur für unsere Patientinnen und Patienten ist – und wie für mich die in der Ausbildung gelernten drei Bs BEOBACHTEN – BETREUEN – BESCHÄFTIGEN immer mehr Sinn ergaben. Wir begannen – dazumal OA Stetter, Stationspfleger Ecker Gottfried und ich – mit der Entwicklung der Beschäftigungstherapie für die forensischen Patienten auf der Station 3B, die ich durchführte.

 

Heute setzt sich die Beschäftigungstherapie aus sechs verschiedenen Werkstätten für das gesamte Klinikum an verschiedenen Häusern im Außen- und Innenbereich wie folgt zusammen:

  • Haus 49, Kreativwerkstätte 1 (KW-1) – 20 Therapieplätze; (Erwachsenenpsychiatrie)
  • Haus 50, Kreativwerkstätte 2 (KW-2) – 16 Therapieplätze; (nur für Forensik)
  • Arbeitsgruppe Therapiegarten (AG) – 25 Therapieplätze; (für alle PatientInnen der Klinik)
  • Arbeitsgruppe Forensik (F-AG) – 15 Therapieplätze; (nur für Forensik)
  • Holzwerkstätte – 8 Therapieplätze; (für alle PatientInnen der Klinik)
  • Zerlegewerkstätte – 8 Therapieplätze; (für alle PatientInnen der Klinik)

 

2006/2007 machte ich die Ausbildung zum Stationspfleger und übernahm danach die Leitung der gesamten Arbeits- und Beschäftigungstherapie. In der Beschäftigungstherapie sind 19 Pflegepersonen beschäftigt, viele von ihnen in Teilzeit, welche tagtäglich zwischen 80 und 100 Patientinnen und Patienten betreuen. Die von unseren Patientinnen und Patienten angefertigten Werkstücke sind direkt in den Werkstätten oder in unserem Geschenkeshop (Wirtschaftsgebäude-Baracke neben Wäscherei) und bei verschiedenen hausinternen Veranstaltungen auch für Außenstehende erhältlich. Bis heute gehe ich meiner Arbeit mit voller Freude nach, sie stellt jeden Tag aufs Neue eine große Herausforderung für mich dar. Für die Zukunft wünsche ich mir Nachbesetzungen auch mit jungen motivierten Pflegekräften, um die Erhaltung der Beschäftigungswerkstätten zu gewährleisten.

 

 

Gabriele Teufel, DKP Haus 52

 

Eigentlich wollte ich Säuglingsschwester werden. Nachdem ich im Jahr 1979 die allgemeine Krankenpflegeschule abgeschlossen hatte, habe ich im März 1980 auf der Akutaufnahmestation in Mauer begonnen. Ich war die erste Krankenschwester zu dem Zeitpunkt, die aufgenommen wurde ohne psychiatrisches Diplom. Im Herbst 1980 absolvierte ich dann den Lehrgang zur psychiatrischen Krankenpflegerin und war danach über die Jahre auf relativ allen Stationen/Pavillons in Mauer tätig. Nach acht Jahren Pav. 15, psych. Care Station wurde meinerseits eine Entscheidung getroffen, an die Entzugsabteilung zu wechseln, da dort gerade kurzfristig ein Platz frei geworden war. Seit 12 Jahren bin ich nun an dieser Station und ich bereute diese Entscheidung keinen Tag. Auch wenn hier in Mauer aller Anfang schwer war, habe ich es geschafft und werde im Oktober 2020 in Pension gehen. Pläne für meine Pension: Meine Familie, mein Haus und Garten, kreative Tätigkeiten wie Adventkranzbinden und auch die Betreuung von Personen mit Handicap im elterlichen „Zuhause“ sowie auch der neue Trend „Waldbaden“, in meinem Fall Schwammerl suchen.