Eine kaiserliche Vergangenheit

Eine kaiserliche Vergangenheit

Der Botanische Garten der Universität Wien wurde im Jahre 1754 von Kaiserin Maria Theresia auf Anregung ihres Leibarztes Gérard van Swieten gegründet. Van Swieten war nicht nur für das leibliche Wohl der Kaiserin zuständig, er reformierte in ihrem Auftrag auch die Lehre an der Universität Wien. Zur Zeit des ersten Gartendirektors Robert Laugier (Amtszeit 1754-1768) wurden vor allem Heilpflanzen kultiviert, die eine große Rolle für die Ausbildung der Studierenden der Medizin und Pharmazie spielten.

Der zweite Gartendirektor und leidenschaftliche Botaniker Nikolaus Joseph von Jacquin (1768-1796) ließ die ersten Gewächshäuser bauen, erweiterte die Freilandsammlungen und ordnete die Pflanzen nach ihrer Verwandtschaft an. Unter seinem Sohn und Nachfolger Joseph Franz von Jacquin (1796-1839) wurde der barocke Garten nach Süden bis zur heutigen Nadelgehölzgruppe erweitert.

Gartendirektor Stefan Endlicher (1839-1849) entwickelte noch vor Darwins Evolutionstheorie ein „natürliches System“ der Pflanzen, das auf Abstammung basierte. Nach Endlichers Tod ordnete sein Nachfolger Eduard Fenzl (1849-1878) die Pflanzen im Garten entsprechend Endlichers System an. Dazu gestaltete er den Barockgarten teilweise in einen Englischen Landschaftsgarten um.

Im späten 19. und frühen 20. Jahrhundert festigte sich der Ruf des Gartens als bedeutende wissenschaftliche Einrichtung. Um 1930 wuchs der Garten noch einmal, nachdem der südöstlich angrenzende Habsburgische Kammergarten angefügt wurde. Seit den 1990er Jahren wird hier schrittweise die „Flora-von-Österreich“ angelegt – eines der Herzstücke des Botanischen Gartens.

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