Endlicher-Fenzl-Kerner-Weg

Der Endlicher-Fenzl-Kerner-Weg

Die Systematik ist eine Teildisziplin der Botanik mit einer langen Tradition an der Universität Wien. Ursprünglich haben drei Direktoren des Botanischen Gartens die Systematische Forschung und ihre Darstellung im Garten wesentlich vorangetrieben: Stefan Endlicher (Amtszeit 1839-1849), Eduard Fenzl (1849-1880) und Anton Kerner von Marilaun (1878-1890).

Endlicher hatte von seinem Vorgänger Joseph Franz von Jacquin einen streng formal angelegten Barockgarten übernommen und wollte diesen sowohl inhaltlich als auch gestalterisch den Ideen eines "natürlichen Systems" der Pflanzenverwandtschaft gemäß neu anlegen. Das Projekt nahm letztlich mehrere Jahrzehnte in Anspruch und wurde von seinem Nachfolger Eduard Fenzl in Anlehnung an englische Landschaftsgärten umgesetzt. Innerhalb großer organischer Beetformen sollten die verschiedenen Verwandtschaftsgruppen gezeigt werden. Dem leicht ansteigenden Geländeverlauf folgend begann sie unten mit „niedriger“ entwickelten Familien, weiter oben folgten die „höher“ entwickelten. Noch vor der Veröffentlichung von Darwins Evolutionstheorie wurden in dieser Anordnung der Pflanzen nach ihrem „Entwicklungsgrad“ erste vage Vorstellungen einer natürlichen Evolution im Pflanzenreich sichtbar!

Auf elf Schautafeln wird entlang des Endlicher-Fenzl-Kerner-Weges die Garten- und Wissenschaftsgeschichte lebendig. Ehemals gültige wissenschaftliche Konzepte der botanischen Systematik werden hier modernen Konzepten gegenübergestellt. Der Weg startet im nördlichen, unteren Bereich der Systematischen Gruppe zwischen den Gruppen 2 und 3 und endet zwischen den Gruppen 17 und 18.

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