Haikouichthys
Der Ursprung aller Wirbeltiere
Der exakte Ursprung der Wirbeltiere ist nicht bekannt. Man vermutet, dass die Trennung zwischen Wirbeltieren und wirbellosen Tieren vor ca. 600 Millionen Jahren im Präkambrium stattfand. Das älteste gefundene Wirbeltier ist Haikouichthys, ein primitiver Fisch, der vor 535 Millionen Jahren im Kambrium lebte. Sein Körper war klein, ohne deutliche Flossen, aber er hatte Augen, Kiemen, Nase, Ohren und Gehirn.
Er war eines der fortschrittlichsten Tiere im Kambrium und ist bis heute unser ältester Vorfahre. Dieser Fisch, der Urahn aller Wirbeltiere, wurde 1999 in der südchinesischen Ortschaft Haikou entdeckt, der Name Haikouichthys bedeutet schlicht „Fisch aus Haikou“.
Haikouichthys besaß nur einen kieferlosen Mund und lebte aufgrund seiner geringen Körpergröße (2,5 cm) in großen Gruppen von Artgenossen. Diese Gruppen, auch Schulen genannt, bewegten sich am Grund des Meeres, saugten Nahrungspartikel auf und boten ihren Mitgliedern Schutz vor Fressfeinden.
Dem ersten Fund eines Fossils von Haikouichthys folgten in den Jahren danach weitere, gut erhaltene. Manche in so gutem Zustand, dass sogar innere Organe und Schleimdrüsen zu erkennen waren. Die Schleimdrüsen waren für die Befeuchtung der Haut zuständig. Der Körper konnte so seinen Strömungswiderstand verringern und Haikouichtys konnte sich schneller im Wasser fortbewegen.
Alle Nachfahren dieses primitiven Lebewesens besaßen fortan Schleimdrüsen. So auch die viel später auftretenden Säugetiere - und wir Menschen. Zusätzlich hat sich die Funktion der Schleimdrüsen im Laufe der Evolution stark verändert und wir besitzen heute etwa Schweißdrüsen und Milchdrüsen. Und das alles dank eines winzigen Fischchens.
Auf dem Bild ist die Wirbelsäule eines Menschenaffen zu erkennen, die sich über fünfhundert Millionen Jahre entwickelt hat und die auch jeder Mensch hat.