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    Die Büsten der Wissenschafter

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    Sir Karl Popper

    Star-Philosoph des 20. Jahrhunderts

    Der international berühmte Philosoph lebte fast ein halbes Jahrhundert in England, wo ihn die Königin zum Ritter adelte, entspringt aber einer typisch Wienerischen Konstellation. Sohn einer konvertierten jüdischen Familie – der Vater stammte aus Prag, die Vorfahren der Mutter aus Schlesien und Ungarn – erlebte Karl Popper seine Kindheit in der Belle Epoque, die Jugend im Krieg und die intellektuelle Prägung im Umfeld des Wiener Kreises um Carnap und Wittgenstein während der Ersten Republik.

    Im „roten Wien“, der Zeit sozialdemokratischer Bürgermeister und bedeutender sozialer Reformen, engagierte er sich in der sozialistischen Jugendbewegung und arbeitete an Alfred Adlers individualpsychologischen Erziehungsberatungsstellen in den Arbeitervierteln der Stadt. Nach einer Tischlerlehre und dem abgebrochenen Studium der Kirchenmusik studierte er Philosophie und promovierte bei dem Sprachphilosophen Karl Bühler, unterrichtete als Hauptschullehrer Mathematik und schrieb, ohne seine Forschungen zu publizieren, über Grundprobleme der Erkenntnistheorie. Noch in Wien entstand sein wissenschaftstheoretisches Hauptwerk, die „Logik der Forschung“.

    Popper emigrierte bereits 1937 und erhielt nach Jahren in Neuseeland auf Vermittlung von Hayek eine Stelle an der London School of Economics; dort lehrte er bis zu seiner Emeritierung als Professor für Logik.

    Zeitlebens ein klarer und streitbarer Denker, prägte er die philosophische Debatte des 20. Jahrhunderts mit seiner These, dass Erkenntnis immer nur vorläufig im systematisch angelegten Versuch entsteht, Theorien zu verwerfen. Sein einflussreiches Buch „Die offene Gesellschaft und ihre Feinde“ mit ihrer harschen Kritik an Platon, Hegel und Marx ist eine Grundschrift des politischen Liberalismus.

    Zu den zahlreichen Auszeichnungen Poppers gehört auch das Ehrendoktorat der Universität Wien, an die er 1986 als Gastprofessor zurückkehrte.