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    Die Aula der Universität Wien

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    Die Rektorentafel

    Ein Symbol universitärer Selbstbestimmung

    „Alma Mater Rudolphina - am 12. März 1365 von Herzog Rudolph IV. von Österreich - mit der Zustimmung von Papst Urban V. gegründet - 1384 von Herzog Albert III. von Österreich durch die Theologische Fakultät - auf Veranlassung von Papst Urban VI. erneuert - 1385 gab sie sich selbst das erste Gesetz“

    So beginnt der lateinische Text in der Kartusche über den Rektorentafeln. Im Folgenden werden die wichtigsten Reformen zwischen dem 16. und dem 18. Jahrhundert unter Kaiser Ferdinand I., Kaiser Ferdinand II. und Kaiserin Maria Theresia erwähnt. Und natürlich wird auch Kaiser Franz-Joseph gewürdigt, unter dessen Regierung 1884 dieser prunkvolle Universitätsneubau eröffnet wurde.

    Mittlerweile finden sich die Namen von über 870 Rektoren der Universität Wien auf den Gedenktafeln aus rotem Marmor, darunter auch zahlreiche prominente Persönlichkeiten. Die Universität Wien machte im Laufe der Jahrhunderte viele Veränderungen durch. Lange stand sie unter dem prägenden Einfluss von katholischer Kirche und Landesfürsten. Die Wahl der Rektoren erfolgte jedoch völlig autonom, wenn sie auch bestimmten Regeln unterworfen war. Seit dem Gesetz über die Organisation von Universitätsbehörden von 1873 erfolgte die Rektorenwahl nur noch aus den aktiven Mitgliedern der Professorenkollegien.

    In den nachfolgenden Jahrzehnten bis zum Ersten Weltkrieg gelang der Alma Mater Rudolphina der größte Aufschwung ihrer Geschichte. In vielen Disziplinen erlangte die „Wiener Schule“ Weltruf. Mit dem Ende des Ersten Weltkriegs und der Habsburgermonarchie war zunächst eine Abkoppelung von vielen internationalen Kontakten verbunden.

    Furchtbare Spuren hinterließ die Zeit des Nationalsozialismus. Während ein nicht geringer Teil der Studierenden und des Lehrkörpers mit dem Nationalsozialismus sympathisierte, musste fast die Hälfte der Lehrenden und weit über 2000 Studierende fliehen oder wurde deportiert – es war auch ein Exodus des Geistes und der Wissenschaft. Dies wird auch in der Installation „In’s Licht gerückt“ thematisiert.

    Die rasche Entwicklung der Wissenschaften im Laufe des 20. Jahrhunderts brachte eine starke Vermehrung der Disziplinen und ab den 1970ger Jahren eine rasante Zunahme der Studierendenzahlen mit sich. Heute hat die Universität Wien 15 Fakultäten und 4 Zentren, und über 92.500 Studierende. Seit 2004 ist die Universität Wien wieder autonom und eine vollrechtsfähige Einrichtung. Personal- und Budgethoheit wurden an die Universität übertragen.

    Die Rektorentafel gilt als ein Symbol universitärer Selbstbestimmung und Traditionspflege und verweist auf die ununterbrochene Wirkungskraft der Universität Wien seit den Tagen ihrer Gründung.