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    Büsten von Wissenschafterinnen

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    Lise Meitner

    Verliebt in die Physik

    Lise Meitner wurde am 7. November 1878 in Wien geboren. Bereits als Jugendliche war sie von dem Wunsch beseelt, Physik zu studieren. Kein leichtes Unterfangen, da Mädchen der Zugang zum Gymnasium ebenso wie zur Universität versagt war.

    Zunächst absolvierte Lise also mangels anderer Möglichkeiten an einer privaten Schule für Höhere Töchter eine Ausbildung zur Französisch Lehrerin. Endlich, 1897, wurden Frauen in Österreich zum Studium an der Universität zugelassen. 1901 bestand Lise Meitner, mittlerweile fast 23 Jahr alt, die Externistenmatura und durfte ihr Studium der Physik. Mathematik und Philosophie an der Universität Wien beginnen und promovierte bereits 1906.

    Nun aber begannen erst die wahren Schwierigkeiten, denn als Frau im Wissenschafts- und Forschungsbetrieb des beginnenden 20. Jahrhunderts Fuß zu fassen, war eigentlich unmöglich. Lise Meitner schaffte es trotzdem.

    Sie ging nach Berlin, um ihre Studien beim berühmten Physiker Max Planck fortzusetzen. Der soll zunächst nur gemeint haben: „Sie haben doch schon den Doktortitel, was wollen Sie denn jetzt noch?“ In Berlin aber lernte Lise Meitner auch den Chemiker Otto Hahn kennen. Die Zusammenarbeit dieser beiden herausragenden Persönlichkeiten sollte zumindest einem von ihnen später zu Weltruhm verhelfen.

    Zunächst aber gestaltete sich der Arbeitsalltag schwierig: da Frauen in Preußen erst 1909 zum Studium zugelassen wurden, musste Liese Meitner das Gebäude durch den Hintereingang betreten, der Zugang zu den Vorlesungsräumen war ihr ebenfalls untersagt.

    Erst 1917 besserte sich ihre berufliche Situation entscheidend. Ihr wurde der Titel Professor verliehen, zugleich wurde sie Direktorin einer für sie geschaffenen radiophysikalischen Abteilung am Berliner Kaiser-Wilhelm-Institut für Chemie. Und sie erhielt erstmals in ihrer beruflichen Laufbahn ein offizielles Gehalt. 1933 machte ihr die Machtübernahme Adolf Hitlers einen Strich durch die Rechnung. Aufgrund ihrer jüdischen Abstammung wurde ihr die Lehrberechtigung entzogen, 1938 emigrierte Lise Meitner nach Schweden.

    Am Nobel-Institut in Stockholm setzte sie ihre Arbeit fort. Allerdings unter deutlich schlechteren Bedingungen als in Berlin. Und so konnte sie auch nur aus der Ferne beobachten, wie ihr ehemaliger Arbeitskollege Otto Hahn für seine bahnbrechenden Forschungen zur Atomkernspaltung 1944 den Nobelpreis für Chemie zugesprochen bekam. Forschungen, zu deren erfolgreichem Abschluss Lise Meitners Arbeit wohl entscheidend beigetragen hat.

    Lise Meitner, die Zeit ihres Lebens österreichische Staatsbürgerin war, starb als hochdekorierte Wissenschafterin 1968 in Cambridge, Großbritannien.