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    Büsten von Wissenschafterinnen

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    Charlotte Bühler

    Die Thematik des Denkens

    Charlotte Bühler wurde am 20. Dezember 1893 in Berlin als Charlotte Malachowski geboren. Nach dem Besuch des Gymnasiums begann sie 1913 ein Studium der Natur- und Geisteswissenschaften. Zunächst an der Universität Freiburg im Breisgau, später in Berlin und München.

    Im Zuge ihres Studiums lernte sie den Universitätslehrer und Sprachpsychologen Karl Bühler kennen, den sie 1916 heiratete. Ihrer Ehe, die bis zu Karls Tod 1963 in Los Angeles fast 50 Jahre dauern sollte, entstammten zwei Kinder: Tochter Ingeborg und Sohn Rolf Dietrich.

    1918 promovierte Charlotte Bühler an der Universität München mit der Schrift „Über Gedankenentstehung“, bereits im selben Jahr wechselten die Bühlers nach Dresden, wo Charlotte 1920 die „venia legendi“, die Lehrberechtigung, für „Ästhetik und pädagogische Psychologie“ an der Technischen Hochschule in Dresden erhielt.

    Aber auch in Dresden hielt es die Bühlers nicht lange. 1922 gingen Charlotte und Karl nach Wien an das neu gegründete Wiener Psychologische Institut. Hier entwickelte Charlotte gemeinsam mit Hildegard Hetzer Testreihen zur standardisierten Verhaltensbeobachtung von Säuglingen. Damit konnten Bühler und Hetzer erstmals Altersnormen bestimmen und fünf Phasen der Entwicklung vom Kleinkind zum Erwachsenen beschreiben. Es war nicht zuletzt Charlotte Bühlers Arbeit, die dem Wiener Psychologischen Institut bis zum Jahr 1935 als einzig deutschsprachigem psychologischem Forschungszentrum zu internationalem Ruf verhalf.

    Bald aber fand die fruchtbare Arbeit der Bühlers in Wien ein jähes Ende. Der Anschluss Österreichs an das Deutsche Reich 1938 ließ Charlotte und Karl keine Wahl: Charlottes jüdische Abstammung zwang die Bühlers zur Emigration. Zunächst nach Oslo, dann nach London und schließlich in die USA.

    Charlotte Bühler setzte ihre Forschungen zur klinischen Psychologie an der Fordham University in New York fort und trug damit wesentlich zur Etablierung der Gerontopsychologie als eigenständige Disziplin bei. Nach Ende des zweiten Weltkriegs wechselte die renommierte Wissenschafterin als leitende Psychologin an das County General Hospital in Los Angeles, Kalifornien. Diese Funktion übte sie bis zu ihrer Emeritierung 1958 aus.

    Nachdem dem Tod ihres Mannes Karl 1963 in Los Angeles, kehrte Charlotte Bühler 1971 nach Stuttgart in Deutschland zurück, wo sie am 3. Februar 1974 im Alter von 80 Jahren verstarb. Charlotte Bühler war eine der bedeutendsten Psychologinnen des 20. Jahrhunderts und gilt als Begründerin der modernen Entwicklungspsychologie.