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    Schönbauer Gedenktafel

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    Der Neubeginn 1945

    Bereits im Juni 1945 legte der damalige Rektor der Universität Wien, Ludwig Adamovich, eine Erklärung ab, in der er Schönbauers Engagement gegenüber PatientInnen und MitarbeiterInnen betonte, die u.a. als "Mischlinge" im Nationalsozialismus verfolgt worden waren. Adolf Schärf, späterer Bundespräsident (SPÖ), war mehrfach Patient von Schönbauer, so auch während der "AKH-Rettung".

    Auf Schärfs Initiative geht auch eine Ausnahmebestimmung im §27 des NS-Verbotsgesetzes vom Mai 1945 zurück, inoffiziell hieß dieser auch der "Schönbauer-Paragraph". Schärf wollte damit ermöglichen, dass Nationalsozialisten vereinzelt aus den Registrierungsakten der Entnazifizierung gestrichen werden konnten, um sie so von Sühnemaßnahmen wie Berufsverboten zu entziehen.

    Allzu viele behaupteten daraufhin ein Sonderfall zu sein, ihre Mitgliedschaft in der NSDAP niemals missbraucht oder stets eine positive Einstellung zur unabhängigen Republik Österreich vertreten zu haben. Schärfs Intervention hatte Folgen, denn aus der Ausnahme wurde die Regel: die "§27 Methode". Auch Schönbauer profitierte davon: Er wurde dank der Sonderregelung entnazifiziert und konnte Primar, Hochschulprofessor und AKH-Direktor bleiben bzw. Nationalrat werden.

    Quelle: Bildersammlung, Sammlungen und Geschichte der Medizin, MedUni Wien © gemeinfrei