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    Narrenturm

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    Verwendungen

    Der Narrenturm als Projektionsfläche

    Von Anfang an wurden die "ruhigen, besserungsfähigen und reinlichen Kranken" im nahen Lazarettgebäude untergebracht, im "Narrenturm" seit 1803 vorzugsweise die "tobenden und unreinlichen". 1853 war als Ersatz die neue "k.k. Irren- Heil- und Pflege-Anstalt" auf dem "Bründlfelde" errichtet worden (heute steht dort das Neue AKH). Doch trotz aller Unzulänglichkeiten wurden parallel noch bis 1869 PatientInnen im "Narrenturm" untergebracht. Dann endete die Nutzung des Gebäudes für den ursprünglichen Errichtungszweck.

    Seit 1870 wurde der Turm nur mehr als Lagerraum, für Werkstätten und als Personalwohnungen für SpitalsdienerInnen verwendet, ab 1920 auch als Dienstzimmer für weltliche Krankenschwestern, Ärzte und Ärztinnen. 1971 übersiedelte die alte pathologisch-anatomische Sammlung in einige Zellen des Turms, seit 1974 Bundesmuseum, füllte es mittlerweile den Turm vollständig aus.

    Der "Narrenturm" gehört seit der Schenkung des AKH 1988 der Universität Wien, die eingemietete Sammlung seit 2012 dem Naturhistorischen Museum.
    Der Turm fasziniert bis heute als Projektionsfläche für unterschiedlichste Planungen: es gab Ideen hier Professorenwohnungen einzubauen oder ein Rechenzentrum aber auch viele "museale" Konzepte: als "Museum des Wahnsinns", als "Tower of Power", als "Museum seiner Selbst" oder als "Synopticum" (als Raum erweiterter Kreativprozesse mit Museum, Denkzellen und Gastronomie). Aber auch ein Kindertagesheim war angedacht sowie Gastronomiebetriebe mit Freiluftbühne.

    2012 scheiterte zuletzt der Plan die 14 Bibliotheken am Campus zusammenzufassen und im Turm eine zentrale Campusbibliothek zu errichten mit großen unterirdischen Magazinen.

    Bild 1: Ansicht und Grundriss von Nachfolgebau und "Narrenturm", 1862
    Bild 2: Stadtplan mit Nachfolgebau (links) und AKH mit "Narrenturm", 1862