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    Gedenkbrunnen

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    Wasserversorgung im AKH

    Wenig Wasser – viele Tote

    Bis zum Bau der Hochquellenwasserleitung gestaltete sich die Wasserversorgung des Spitals schwierig. Das Trink- und Nutzwasser stammte aus der k.k. Ottakringer Hofwasserleitung bzw. der Kaiser-Ferdinand-Wasserleitung (gefiltertes Donauwasser) und war auf höchstens 2.050 Eimer Wasser täglich (rd. 116.000 Liter) beschränkt: 190 für die Gebäranstalt, 150 für das pathologisch-anatomische Institut. Mit den verbleibenden 1.710 Eimern Wasser mussten die mehr als 2.000 Kranken und die rund 900 Beschäftigten auskommen: Trinkwasser, Wäscherei, Küche, Badebetrieb, Reinigung und Betrieb der 194 Wasserklosetts, Bewässerung der Gärten, Tränke der Pferde für den Kranken- und Warentransport. Das AKH hätte damals mindestens die vierfache Wassermenge benötigt, die aber nicht zur Verfügung stand.

    Das Wasser floss zuerst in ein Reservoir beim Direktionsgebäude (Stöckelgebäude) im Hof 1, von wo aus die sparsame Weiterverteilung erfolgte: primär für die Badeanstalt, in die beiden Anstaltsküchen, in die Apotheke, in die Gebäranstalt und in ein Auslaufsrohr im Innenhof des "Narrenturms". Der Rest wurde zu sechs Brunnen Bassins geleitet (zwei im Hof 1 und je eines in den Höfen 2, 7, 8 und 9). Von den Springbrunnen in den Höfen wurde das Wasser über ein Auslaufrohr an den Beckenrand geleitet, wo es als Trinkwasser in Krügen oder in Wasserbutten aufgefangen und von 12 Wasserträgern zu den einzelnen Abteilungen gebracht wurde.

    Von den neun alten Grundwasser-Schöpfbrunnen konnten in den 1860er Jahren nur noch drei für Nutzwassergewinnung verwendet werden, die anderen mussten "wegen sanitätswidriger Qualität ihres Wassers" trotz Wassernot aufgelassen worden. Entsprechende hygienische und sanitäre Missstände waren die Folge.

    Nach dem Anschluss an die Hochquellenwasserleitung mit besserer Wasserqualität und ausreichender Menge sank die Zahl der Typhustoten um 90 % und generell auch die Sterblichkeit im AKH signifikant.