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    Gedenkbrunnen

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    Hochquellenwasserleitung

    Anlass zur Errichtung

    Ursprünglich erfolgte die Wasserversorgung der Stadt Wien durch Hausbrunnen. Mangels einer funktionierenden Kanalisation wurde die Qualität des Grundwassers immer schlechter und immer häufiger Auslöser für Typhus-, Cholera- und andere Epidemien. Erste Wasserleitungen versorgten primär den kaiserlichen Hof, den Adel und die Klöster. Ein Großteil der wachsenden Wiener Bevölkerung hatte nur an wenigen Auslaufbrunnen in der Stadt die Möglichkeit, sich mit Trinkwasser besserer Qualität zu versorgen bzw. gehörte der "Wassermann", der mit einem Pferdewagen frisches Wasser aus einem großen Fass zum Verkauf anbot, zum typischen Wiener Straßenleben. Anfang des 19. Jahrhunderts wurde daher wurden verstärkt aus dem Wienerwald im Westen und Süden Wiens Quellen gefasst und in die Stadt geleitet - "Albertinische Wasserleitung" (1804), "Kaiser- Ferdinands-Wasserleitung" (1841).

    In der 2. Hälfte des 19. Jahrhunderts vervierfachte sich die Bevölkerung Wiens. Um für die wachsende Stadt die Wasserversorgung zu sichern wurde 1864 beschlossen, die vom Stadtrat und Geologieprofessor Eduard Suess initiierte 1. Wiener Hochquellenwasserleitung zu bauen: das Wasser sollte über 100 km Entfernung aus dem Rax-Schneeberg-Gebiet (nördliche Kalkalpen, Grenze von Niederösterreich zur Steiermark) vom Kaiserbrunn im natürlichen, freien Gefälle ohne eine einzige Pumpe bis in die Stadt nach Wien geleitet werden - Täler und Wasserläufe wurden durch 22 Aquädukte und Kanalbrücken überwunden, Berge durch 29 Stollenstrecken (Das Wasser fließt vom Kaiserbrunn bis in den Wasserbehälter auf dem Wiener Rosenhügel über einen Höhenunterschied von 280 Meter mit einer Fließzeit von 16 Stunden).

    Ende 1869 wurde mit dem Bau begonnen, eingeweiht wurde die Wasserleitung 1873 mit der Eröffnung des Hochstrahlbrunnens am Wiener Schwarzenbergplatz als repräsentativem Endpunkt der Wasserleitung. Nach und nach wurden alle Wiener Haushalte angeschlossen, 1875 auch das Allgemeine Krankenhaus, der heutige Universitätscampus.

    Aquädukt Baden, Hochquellenwasserleitung
    Foto: © Gerhard Sindelar, beyondarts