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    Denkmal Josef II.

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    Josef II.

    Josef II. kam 1741 als Sohn und Thronfolger Maria Theresias zur Welt. Er verstand sich als von Gott gesandter Herrscher, der aber durchaus für das Volk wirken wollte. Trotz dieses absoluten Herrschaftsanspruchs stand er in den Traditionen der Aufklärung, wobei er sich als "Erster Diener" des Staates verstand. Er bevorzugte einen eher zurückhaltenden Lebensstil und reduzierte die Hofausgaben.

    Ab 1865 Mitregent herrschte er erst nach dem Tod Maria Theresias 1780 allein. Er setzte langfristig wirkende Maßnahmen in Richtung einer kontrollierten Glaubensfreiheit mit dem Toleranzpatent 1781 vor allem zu Gunsten von ProtestantInnen, orthodoxen ChristInnen, Jüdinnen und Juden. Auch die Universitäten wurden für Nicht-Katholiken geöffnet. Letztlich sollten diese Minderheiten dem Staat loyal dienen.

    Der Primat des Katholizismus wurde nicht in Frage gestellt, auch wenn er mit tiefgreifenden Reformen das Staatskirchentum umsetzte. Rund ein Drittel jener Klöster, die keine der Allgemeinheit dienenden Aufgaben übernahmen, wurde geschlossen, ihr Vermögen eingezogen unter Protest von Klerus und Papst.

    Mit der Abschaffung der Leibeigenschaft 1781 setzte er einen ersten Schritt in Richtung der Gleichberechtigung der Landbevölkerung. Die Zensur wurde abgeschafft, ein starker loyaler Beamtenapparat auf- und die Vielvölkermonarchie zum Zentralstaat ausgebaut, was ökonomisch und kulturell zum Aufstieg führte – das Zeitalter Wolfgang Amadeus Mozarts. Seine militärischen Abenteuer waren größtenteils erfolglos, aber mit schrecklichen Folgen für Soldaten und Zivilbevölkerung verbunden. So erkannte der aufgeklärte absolute Monarch Josef II., dass diese Reformmaßnahmen die einzige Möglichkeit waren, das Habsburger Imperium zu erhalten.

    Quelle: KHM
    Foto: Gerhard Sindelar
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