Leopold III.

Leopold III.

Der kluge Taktiker

Leopold III., der von 1095 bis 1136 als Markgraf herrscht, ist ein kluger Taktiker: als sich 1105 Kaiser Heinrich IV. und sein Sohn, der spätere Kaiser Heinrich V., am Fluss Regen in Ostbayern feindlich gegenüberstehen, schlägt sich Leopold in letzter Sekunde auf die Seite des Sohnes. Die Entscheidungsschlacht findet nicht statt, ob das als Leopolds Verdienst gelten kann, ist nicht überliefert.

Jedenfalls aber scheint ihm Heinrich V. zu einigem Dank verpflichtet, denn Leopold heiratet bald darauf dessen Schwester Agnes. Dadurch steigt er in die erste Reihe der Reichsaristokratie auf. Leopold und Agnes haben gemeinsam achtzehn Kinder, ein Sohn, Bischof Otto von Freising, wird einer der bedeutendsten Geschichtsschreiber des 12. Jahrhunderts.

Leopold ist ein im Reich anerkannter Fürst und wird 1122 sogar als Kandidat für das Königtum in die engere Wahl gezogen. Er lehnt allerdings ab: erstens sei er, Leopold, mit 50 Jahren für ein solches Amt bereits zu alt und zweitens habe er zu viele Söhne. Dies könne zu erheblichen Erbstreitigkeiten führen. Seine Herrschaft baut er gegenüber Adel und Klerus allerdings kräftig aus und obgleich Klosterneuburg noch Hauptresidenz ist, geht der Blick des Fürsten bereits weiter nach Osten, nach Wien. Seine über 40-jährige Herrschaft ist eine der entscheidenden Phasen in der Landesbildung Österreichs. Leopold III. stirbt 1136, wird 1485 heiliggesprochen und 1663 zum niederösterreichischen Landespatron erhoben.

Mit * markierte Felder sind Pflichtfelder.