Markgräfin Agnes von Waiblingen

Markgräfin Agnes von Waiblingen

Auf dem rechten Flügel des Stammbaumes, in der mittleren Reihe als zweite von links, ist eine der interessantesten Frauen aus der Familie der Babenberger zu sehen: Markgräfin Agnes von Waiblingen, Tochter Kaiser Heinrichs IV. und in zweiter Ehe mit Leopold III. verheiratet.

Als Agnes ihrem ersten Mann, dem Stauferherzog Friedrich I., versprochen wird, ist sie gerade einmal sieben Jahre alt. Ihr zukünftiger Mann hingegen bereits über dreißig. Als Agnes vierzehn ist, wird die Ehe dann vollzogen und die beiden haben zusammen mehr als 10 Kinder. Agnes wird damit zur Stammmutter eines der berühmtesten Herrschergeschlechter des Mittelalters. Einer ihrer Söhne aus erster Ehe wird als Friedrich I. Barbarossa römisch-deutscher Kaiser.

Herzog Friedrich stirbt 1105 und bereits 1106 wird Agnes erneut verheiratet: diesmal mit dem Babenberger Leopold III., der sich diese Ehe durch die politische Unterstützung von Agnes‘ Bruder, dem späteren Kaiser Heinrich V. verdient hat. Agnes muss ihre Kinder in Schwaben zurücklassen und beginnt als 34-jährige im Osten des Reiches ein neues Leben. Während ihrer zweiten Ehe bringt sie wieder mehr als 10 Kinder zur Welt.

Spätere Chronisten deuten die kinderreiche Ehe zwischen Agnes und Leopold als besonderen göttlichen Segen, dessen sich der Herzog durch reiche Stiftungen und Klostergründungen würdig erweist. Eine seiner berühmtesten ist das Stift Klosterneuburg: einer Legende zufolge soll der Wind Agnes’ Schleier vom Leopoldsberg an jene Stelle geweht haben, an der ihr Mann dann die Klostergründung anordnet. Agnes ist an der Entstehung des Klosterneuburger Frauenstifts direkt beteiligt. Das Kirchenmodell, das sie auf dem Bild des Stammbaumes in ihrer Hand hält, deutet darauf hin. Trotz der Strapazen von über zwanzig Geburten überlebt Agnes auch ihren zweiten Mann und wird 71 Jahre alt. Sie stirbt 1143 und wird in Klosterneuburg beigesetzt.

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