Johann von Norwegen
Der skurrile Erbstreit rund um das Seeschloss Ort
Im Sommer 2007 tauchen in Gmunden plötzlich zwei Norweger auf und behaupten Enkel und Urenkel des ehemaligen habsburgischen Erzherzogs Johann Nepomuk Salvator zu sein. Und damit die rechtmäßigen Besitzer des Seeschlosses Ort. Salvator soll, so behaupten die beiden, nicht mit seinem Schiff 1890 im Sturm vor Kap Hoorn untergegangen, sondern als Hugo Köhler erst 1945 im norwegischen Kristiansand gestorben sein.
Und jetzt, zwei Generationen später, versuchen die Norweger ihre Ansprüche geltend zu machen. Im Frühjahr 2009 wird der Leichnam Köhlers exhumiert und eine DNA Probe gezogen. Zum endgültigen Beweis fehlt die Gegenprobe. Dazu soll das Grab von Johann Nepomuk Salvators Eltern in der Kaisergruft in Wien geöffnet werden. Bisher gibt es dazu aber keine Zustimmung der Familie Habsburg.
Und selbst wenn eine mögliche Gegenprobe den beiden Norwegern recht geben sollte: ihre Chancen als neue Herren auf Schloss Ort einzuziehen, stehen schlecht. Denn sämtliche Besitzungen der Habsburger werden nach dem Zusammenbruch der österreichisch-ungarischen Monarchie 1918 verstaatlicht und gehören ab nun der Republik Österreich. Eine Rückgabe an mögliche Erben ist in der Verfassung nicht vorgesehen.