Johann Orth und Milli Stubel
Eine Liaison bis in den Tod?
Es braucht eine starke und entschlossene Persönlichkeit, um im 19. Jahrhundert als hochrangiges Mitglied der Habsburger Herrscherfamilie auf alle Titel und Ehren zu verzichten. Ein Leben außerhalb der strengen Vorschriften und Gesetze des Kaiserhauses sind der Lohn dafür. Auch dass er nach Annahme einer bürgerlichen Identität des Landes verwiesen wird, scheint Johann Nepomuk Salvator nicht allzu viel auszumachen. Gemildert wird der Schritt immerhin durch die großzügige Pension, die ihm Kaiser Franz Joseph trotz aller Umstände zukommen lässt. Denn das Haus Habsburg lässt auch gefallene Erzherzöge finanziell nicht im Stich.
Wer ist nun die Frau, für deren Liebe der Erzherzog den Ausstieg aus der kaiserlichen Familie wagt? Ludmilla Hildegard Stubel, genannt Milli, wird am 11. September 1852 in Wien geboren und als Ballettelevin am Kärntnertor Theater aufgenommen. Später gehört sie dem Corps de Ballet des Harmonietheaters und der Wiener Hofoper an.
Wann die Liaison mit Erzherzog Johann Nepomuk Salvator beginnt, ist nicht bekannt. Jedenfalls heiraten die beiden 1899, vermutlich in London, nachdem Salvator zugunsten seiner Liebe auf alle Titel und Ehren des Hauses Habsburg verzichtet hat. Anschließend begleitet Milli Stubel ihren Ehemann nach Hamburg und besteigt mit ihm das dort erworbene Schiff „Sankt Margarethe“ nach Südamerika. Danach verliert sich die Spur und die Eheleute bleiben samt Schiff verschollen.