Schuppen, Eierschalen und ein Herz
Die Evolution schreitet weiter fort
Die kleine Reptilie Petrolacosaurus besaß gegenüber den Amphibien, der bis dahin vorherrschenden Lebensform, drei wesentliche evolutionäre Vorteile. Und war damit deutlich besser an das Landleben angepasst.
Zunächst musste er im Gegensatz zu den Amphibien seine Haut nicht ständig feucht halten. Grund dafür war eine evolutionäre Neuerung: Schuppen. Schuppen bieten Schutz, sind flexibler als ein Panzer und Verletzungen heilen schneller als auf unbedeckter Haut. Bis heute besitzen alle Reptilien Schuppen und auch die Haut der gigantischen Dinosaurier war mit Schuppen bedeckt.
Zusätzlich begannen die Reptilien harte Eierschalen zu entwickeln. So mussten sie zur Fortpflanzung nicht mehr ins Wasser zurückkehren, ja nicht einmal mehr in der Nähe von Gewässern leben. Im Gegenteil, sie konnten lange Strecken zurück legen und das Land erobern.
Die Eier von Petrolacosaurus waren groß, die Schale schützte den darin liegenden Embryo. Da der Embryo aber auch Luft durch die Schale aufnahm, starb er ab, sobald das Ei mit Wasser bedeckt war. Man nimmt daher an, dass Petrolacosaurus seine Nester in höher gelegenen Verstecken baute. So waren sie nicht nur sicher vor Überflutung, sondern auch vor Amphibien und Insekten.
Den größten Vorteil aber, den Petrolacosaurus gegenüber allen anderen Lebewesen seiner Zeit besaß, war sein ungewöhnlich leistungsfähiges Herz (Textlink Bild Diagramm Herz). Ein Herz, das haben versteinerte Funde gezeigt, das den Herzen heutiger Vögel und Säugetiere schon sehr ähnlich war.
Denn Petrolacosaurus war trotz allen evolutionären Fortschritts nur ein kleines Reptil inmitten einer Welt riesiger Insekten und Amphibien, ein Beutetier am Beginn der Nahrungskette. Also suchte er sein Heil in der Flucht und entwickelte dazu ein höchst leistungsfähiges Herz. Dem winzigen Reptil Petrolacosaurus ist es zu verdanken, dass bereits im Zeitalter des Karbons der Prototyp des wohl wichtigsten Muskels in unserem Körper entwickelt wurde.