Gras erobert die Welt
Riesige Säugetiere entwickeln sich
Am Beginn des Oligozäns, vor etwa 36 Millionen Jahren, löste sich der antarktische Kontinent von Südamerika und Australien und driftete nach Süden. Dadurch konnte sich rund um die Antarktis der heutige polare Meeresstrom bilden. Das hatte weitreichende Folgen für das Klima unseres Planeten.
Die weltweite Temperatur sank um etwa 5 °C, in einigen Teilen der Antarktis entstanden erstmals seit dem Permzeitalter wieder große Gletscher. Ein ähnlicher, wenn auch schwächer ausgeprägter Effekt ergab sich auf der nördlichen Halbkugel durch die Öffnung des Seewegs zwischen Skandinavien und Grönland.
Das Wachsen der Gletscher wiederum führte zu einem Absinken des Meeresspiegels und so bildeten sich einige neue Landverbindungen. Das Ebro-Becken etwa südwestlich der Pyrenäen erhob sich aus dem Meer und bildete eine Landbrücke zwischen der Iberischen Halbinsel und dem Rest von Europa. Der afrikanische Kontinent blieb hingegen weitgehend isoliert. Das sollte sich erst im auf das Oligozän folgenden Miozän ändern.
Das trockene und kühle Klima im Oligozän brachte riesige Säugetiere hervor. Die direkten Vorfahren der Nashörner, Pferde, Schweine, Kamele und Kaninchen entwickelten sich in dieser Zeit und erreichten teils erstaunliche Größen.
Und auch in der Pflanzenwelt tat sich einiges: in Asien bildeten sich die ersten Graslandschaften. Gras sollte zu einer der erfolgreichsten Pflanzenarten aller Zeiten werden und bedeckt heute ein Fünftel der Erdoberfläche.