Gastornis
Der Erbe der Dinosaurier?
Neben Ambulocetus, dem Urahn der Wale, lebte im Urwald des Eozäns ein Relikt aus der Kreidezeit: Gastornis, ein über zwei Meter großer, flugunfähiger Vogel.
Gastornis steht in näherer Verwandtschaft zu den Gänsevögeln und war vom mittleren Paläozän bis zum mittleren Eozän vor 62 bis etwa 43 Millionen Jahren in Asien, Europa und Nordamerika weit verbreitet. Die ersten Fossilien fand man 1855 in der Nähe von Paris, knapp 20 Jahre später entdeckte man die ersten Funde in Nordamerika.
Lange Zeit nahm man an, dass Gastornis ein wendiger, flinker Beutegreifer war, der Jagd auf kleinere Säugetiere machte. Erst ab den 1970er Jahren begann die Wissenschaft das Bild zu korrigieren. Neufunde von Fußknochen deuteten darauf hin, dass sich Gastornis eher langsam fortbewegte, ungewöhnlich für einen fleischfressenden Räuber. Auch besaß Gastornis einen mächtigen Schnabel, jedoch fehlte ihm, neuesten Forschungsergebnissen zufolge, das für Greifvögel typische hakenförmige Ende. Und seine Füße waren auch nicht mit den für Greifvögel charakteristischen Krallen ausgestattet.
So geht man heute davon aus, dass der große, flugunfähige Vogel Gastornis, den man lange Zeit für den gefährlichsten Räuber nach dem Aussterben der Dinosaurier hielt, in Wirklichkeit ein Pflanzenfresser war.