Klimazonen
Die heutigen Klimazonen entstehen
Im auf das Miozän folgenden Pliozän, vor etwa 5 bis 1,8 Millionen Jahren, bildeten sich auf unserem Planeten jene Klimazonen, die wir heute kennen: Tropen, Subtropen, gemäßigte Zonen und Polarregionen.
Säugetiere passten sich in all diesen Regionen dem jeweiligen Klima an und setzten ihren weltweiten Siegeszug fort. Auf dem afrikanischen Kontinent verschwanden viele Tropenwälder. Steppen und Savannen breiteten sich aus.
Viele Wissenschaftler vermuten, dass die Ausbreitung der Steppen und Savannen mit dem sogenannten ostafrikanischen Grabenbruch zusammenhängt. Diese Verwerfung der Erdkruste entstand vermutlich im Miozän vor etwa 20 Millionen Jahren durch gewaltige vulkanische Eruptionen. Der Ostafrikanische Grabenbruch reicht über eine Länge von rund 6000 km von Syrien über das Rote Meer bis zum Golf von Aden.
Die Forschung geht davon aus, dass der ostafrikanische Grabenbruch auf die Ausbreitung von Steppen und Savannen großen Einfluss hatte und damit maßgeblich an der Entwicklung des aufrechten Ganges unserer Urahnen beteiligt war. Denn die geologischen Aktivitäten des Ostafrikanischen Grabenbruchs ließen im Lauf der Jahrmillionen nicht nur die tiefsten Seen, sondern auch die höchsten Berge des afrikanischen Kontinents entstehen.
Durch die in Nord-Südrichtung verlaufenden Berge konnten Wolken und Regen nun nicht mehr ungehindert nach Ostafrika vordringen. Der tropische Regenwald wich mangels Nachschub an Feuchtigkeit trockenen Savannen. Einige Affenarten waren gezwungen ihren bisherigen Lebensraum, die Bäume tropischer Urwälder, zu verlassen und aufrecht zu gehen. Diese Affen sollten sich Jahrmillionen später zu den ersten Menschen entwickeln.
Im Pliozän bildete sich auch die heutige Landbrücke zwischen Süd- und Nordamerika. Der nun stattfindende Artenaustausch des nördlichen Kontinents mit der über für fast 30 Millionen Jahre isolieren südamerikanischen Landmasse, ist auch als „Great Faunal Interchange“ bekannt.