Gebirge entstehen
Die Vergangenheit erreicht die Gegenwart
Am Ende des vorangehenden Oligozäns war das Klima relativ kühl, die Antarktis vereist. Mit Beginn des Miozäns, vor etwa 25 Millionen Jahren, erwärmte sich das Klima wieder und durch das Verschwinden des Eises an Nord- und Südpol stieg auch der Meeresspiegel wieder deutlich an.
Weite Teile Südeuropas, die sich erst vor wenigen Millionen Jahren aus dem Meer erhoben hatten, wurden überflutet. Im frühen Miozän herrschte bis in nördliche Breitengrade ein warmes bis subtropisches Klima. Die Antarktis war nicht nur eisfrei, sondern mit teils üppiger Vegetation überzogen. Und in Alaska wuchsen Eichen, Walnussbäume und sogar Magnolien.
Es entstand der Wechsel zwischen Regen- und Trockenzeiten. Graslandschaften breiteten sich immer weiter aus und Pflanzenfresser mussten neue Zähne und Verdauungssysteme entwickeln, um diese Nahrungsquelle effizient nutzen zu können.
Parallel zu den Graslandschaften entstanden im Miozän weite Steppen. Die Tierwelt begann sich bereits deutlich der heutigen anzunähern. Die Landbrücke zwischen Nord- und Südamerika existierte noch nicht, daher war die südamerikanische Tierwelt weiterhin isoliert. Auf allen anderen Kontinenten hingegen breiteten sich die Vorfahren der heutigen Wölfe, Katzen, Pferde, Hirsche und Kamele aus.
Die Landmassen unseres Planeten setzten ihre Wanderschaft fort. Durch das Ineinanderschieben der Kontinentalplatten türmten sich viele der uns heute bekannten Gebirge auf: die Alpen, die Rocky Mountains, der Himalaya oder die Anden. Die beiden letzteren wurden übrigens so hoch, dass sie bis heute die Luftströmungen und das Klima der Erde beeinflussen.