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    Susanna im Bade

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    Susannas gefährliche Schönheit

    In den dramatischen Versionen von Susannas Schicksal steht die Gerichtsverhandlung im Mittelpunkt. Gleichzeitig preisen die Texte ihre Frömmigkeit und Treue. Und die Gerechtigkeit Gottes. Davon ist bei Tintoretto nichts zu sehen.

    Er zeigt eine Nackte, die den eigenen Körper wohlgefällig betrachtet, zwei Männer als Voyeure im Vorder- bzw. Hintergrund. Statt Belehrung und Moral bietet der Maler erotisch-ästhetischen Lustgewinn mit dem Beigeschmack des Unerlaubten. Tintoretto versieht seine Susanna mit den typischen Attributen von Venus: Perlen als Ohrringe, ihre beiden Armbänder sind ebenso wie ihr purpurfarbenes Korsett mit Perlen besetzt, neben den abgelegten Ringen eine Perlenkette.

    Der Maler verwandelt die keusche Susanna in eine Liebesgöttin, die beim Abtrocknen innehält und sich lasziv mit den Fingern sich berührt. Eine Frau, die sich, ihrer Schönheit bewusst, wohlwollend im Spiegel betrachtet.