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    Kunsthistorisches Museum Wien

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    Giuseppe Arcimboldos Feuer

    Macht und Verderben

    1566, drei Jahre nach seinen berühmten Jahreszeiten-Bildern, erschafft Giuseppe Arcimboldo einen weiteren berühmten Zyklus: die vier Elemente Erde, Feuer, Wasser und Luft.

    Die Serie gehört zu den außergewöhnlichsten Kreationen Arcimboldos und ist vermutlich eine Auftragsarbeit für Kaiser Maximilian II. Jedes der vier Bilder stellt die Personifikation eines der vier Elemente dar. Und zwar in Form sogenannter Kompositköpfe. Jeder Kopf setzt sich aus für dieses Element typischen Gegenständen zusammen: im Falle des Feuers besteht der Hals aus einer brennenden Kerze, das Kinn aus einer Öllampe, das Auge ist ein erloschener Kerzenstummel, die Stirn eine aufgewickelte Zündschnur und brennende Holzscheite formen das Haar.

    Zwei Elemente sind besonders interessant: ein großer Feuerstein bildet die Wange, für Nase und Ohr verwendet Arcimboldo je ein Feuereisen. In gleicher Weise setzt sich die berühmte Kette des Ordens vom Goldenen Vlies, die die Figur um den Hals trägt, zusammen: jeweils zwei Feuereisen sind ineinander geschlungen, als Kettenglied dazwischen dient ein Feuerstein.

    Der Orden vom Goldenen Vlies ist einer der bedeutendsten Ritterorden der Zeit und ein wichtiges Machtsymbol der Habsburger. Brust und Schulter der Figur setzen sich aus Kanonenrohren und Pistolen zusammen. Der Kaiser beherrscht mit Feuerstein und Feuereisen also nicht nur das Element, sondern auch das Feuer in Form von Waffen. Der mächtige Habsburger als oberster Kriegsherr. Giuseppe Arcimboldos Gemälde Feuer befindet sich seit 1830 in der Gemäldegalerie des Kunsthistorischen Museums Wien.