Maria Theresia
Eine Statue für die Kaiserin des Volkes
Maria Theresia ist die bedeutendste Herrscherin des aufgeklärten Absolutismus und die einzige Regentin in der Geschichte des Hauses Habsburg. Als ihr Vater Karl VI. 1740 stirbt und keinen männlichen Nachkommen hinterlässt, übernimmt sie die Regierungsgeschäfte. Und Erzherzogin Maria Theresia setzt sich nicht nur militärisch durch. Während ihr Mann, Franz I. Stephan, 1745 zum Kaiser des Heiligen Römischen Reiches gekrönt wird, führt sie die Amtsgeschäfte allein.
Dabei zeigte sich die strenggläubige Katholikin gegenüber Angehörigen anderer Konfessionen wenig tolerant. Dennoch ist sie im Volk äußerst beliebt. Sie führt die allgemeine Schulpflicht ein, bringt 16 Kinder zur Welt und wächst in der Folge in die Rolle der symbolträchtigen Landesmutter.
Maria Theresia thront auf der Spitze des Denkmals, zu ihren Füßen befinden sich vier Frauenfiguren, die die vier Tugenden Gerechtigkeit, Kraft, Milde und Weisheit verkörpern. Darunter erst kommen die Männer. An den Diagonalen grüßen in vorderster Front Reiterstandbilder vier bedeutender Feldherren. Die Seiten des Denkmalsockels widmen sich mit Reliefs und weiteren Statuen den wichtigsten Macht- und Interessensbereichen der Kaiserin. So findet sich hier etwa eine Statue des berühmten Leibarztes Maria Theresias, Gerard van Swieten. Und hinter van Swieten ein Relief, das Wolfgang Amadeus Mozart als Kind zeigt.
Noch heute wird Erzherzogin Maria Theresia, die gekrönte Königin von Böhmen und Ungarn, in Wien als Kaiserin bezeichnet, obwohl sie das nie war. Das große Denkmal zwischen dem Natur- und dem Kunsthistorischen Museum wird 1888 enthüllt.