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    Baden und die Kunst

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    Mozart in Baden

    Ein Meisterwerk für den Chorleiter

    beginnt, stattet auch Wolfgang Amadeaus Mozart der Gemeinde einige Besuche ab. Denn seine Frau Konstanze hält sich in den Jahren 1789 bis 1791 oft wochenlang zur Kur auf und der eifersüchtige Mozart lässt seine Gattin ungern für längere Zeit aus den Augen.

    Aber Mozart ist auch ein Lebemann und findet im Chorleiter der Badener Stadtpfarrkirche zu St. Stephan, Anton Stoll, einen Freund und treuen Zechkumpanen. Oft sollen die beiden erst früh am Morgen, als die Stadttore längst geschlossen sind, durch das sogenannte „Lumpentürl“ vom Heurigen in die Stadt zurückgekehrt sein.

    Aber Anton Stoll bietet seinem Freund Mozart nicht nur beste Unterhaltung, er inspiriert ihn offenbar auch zu außergewöhnlicher Musik. In nur einer einzigen Nacht komponiert Mozart die vielleicht schönste Motette der Musikgeschichte, sein „Ave verum“, das er seinem Freund Stoll widmet.

    Böse Zungen behaupten als Dank dafür, dass Stoll in Baden immer ein wachsames Auge auf Mozarts Gattin gehabt habe, damit diese in Mozarts Abwesenheit nicht mit fremden Männern anbandelte. Eine Woche später wird das Werk in St. Stephan uraufgeführt. Wolfgang Amadeus Mozart persönlich sitzt an der Orgel. Die Originalhandschrift des „Ave verum“, die Anton Stoll lange besitzt, befindet sich heute in der Österreichischen Nationalbibliothek.

    Bild: Vater Mozart mit Wolfgang und Nannerl Zeichnung von Louis Carmontelle, 1763 © Public domain