Die Schleusen- und Wehranlagen am Ausfluss der Traun aus dem See spielten eine herausragende Rolle. Während sie teilweise für die Traunschifffahrt genutzt wurden, lag ihr vorrangiger Zweck in der Regulation des Wasserstands des Traunsees, um Hochwasser zu verhindern. Diese Maßnahme gewährleistete nicht nur die Unabhängigkeit der Traunschifffahrt von niedrigen Wasserständen, sondern schützte auch die Uferbewohner vor Überschwemmungen. Ohne die Schleusen hätte die Traun ihre Funktion als Hauptschifffahrtsroute für den Salzhandel bis zum frühen 17. Jahrhundert kaum erfüllen können.
Im Jahr 1629 konnte aufgrund von "mangelndem Fahrwasser in der Traun" das in Gmunden gelagerte Salz nicht ausgeliefert werden. Als Lösung wurde ein "Schwöll-Tor" vorgeschlagen, um auch bei niedrigem Wasserstand eine sichere Fahrrinne zu gewährleisten. Dieses Argument überzeugte, und so entstand im Winter 1629-30 anstelle des alten Durchlasses nahe dem Bruckturm die erste Seeklause. Diese wurde nachts mit Gittern verschlossen, um nächtliches Ausfahren von Schiffen, die gestohlenes Salz transportierten, zu verhindern.
Im Jahr 1680 wurde der kaiserliche Auftrag erteilt, den Bau einer zweiten "Hauptschwöll-Seeklaus" zu prüfen. Das Ergebnis war der Bau einer "befahrbaren" Schleuse im Mühlleitenwehr, die über eine sogenannte "Roßbrücke" erreichbar war. Im Jahr 1704 wurde eine dritte Schleuse errichtet, auch als "Franzosenklaus" bekannt, da während der französischen Invasion einige Soldaten durch die Schleuse geschwommen sein und dabei umgekommen sein sollen.
Im Verlauf der Jahrhunderte entwickelte sich der Traunausfluss zu einem ausgeklügelten System von Wehren und Fahrrinnen, um die Nutzung durch Salzzillen zu ermöglichen und die Mühlen ausreichend mit Wasser zu versorgen.