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Der älteste Ort am Traunsee

Eine wechselvolle Geschichte im Lauf der Zeiten

Rauch liegt über dem dunkelgrünen Traunsee. Ein Kloster brennt. Der idyllische Ort am Traunsee wird zum Ort der Zerstörung. Um 950 nach Christus verwüsten beutehungrige Ungarn das alte Kloster der Benediktiner – die Abtei Traunsee oder Abbacia Trûnseo – in Altmünster.

Altmünster war ein sich ständig verändernder Ort. Die Besiedelung durch die Kelten belegt ein außerordentlich schöner Fund aus den hallstattzeitlichen Gräbern von Traunkirchen. Es sind Hohlwulstringe aus Bronze mit reichen Verzierungen. Die Römer unterjochen die ansässigen Kelten der Region. Dies lässt sich an einem im Münster eingemauerten römischen Grabstein ablesen. Diese Funde, wie die Fundamente einer römischen Villa, sind der Beweis, dass die Geschichte rund um den Traunsee weit zurückreicht. Eine Geschichte, in der Kelten und Römer, Protestanten und Katholiken sowie der neuzeitliche Tourismus ihre Spuren hinterlassen haben.

Einer Sage nach gab es dereinst hier eine große Heidenstadt, die im See versank. Die Siedlung war von Fischern gegründet worden, die ihren Götzentempel an der Stelle erbaut hatten, wo heute die Kirche steht, am „Kolmansberge“, im sogenannten „Errer“. Die Tempel sollen vom Hl. Hieronymus zerstört worden sein, der als Einsiedler in der Nachbarschaft auf einem Hügel lebte, der heute noch „Hieronymusleiten“ oder „Animosleiten“ heißt.

1973, bei der Renovierung der Pfarrkirche, entdecken Archäologen gemauerte Fundamente einer frühromanischen Kirche, einen Friedhof sowie Fundamente von Klosterzellen am Hagenfeld. Ein Dokument für die frühe Existenz des Klosters ist die Schenkungsurkunde König Ludwigs IV dem Kinde von 909 n. Chr. Das Kloster Trunseo wird mit all seinen Besitztümern und Rechten dem Bischof Pilgrim von Salzburg und einem Grafen Aribo auf Lebzeiten übergeben. 

Nach der Zerstörung des Klosters durch die Ungarn kommen die Benediktiner zurück. Zwar nicht in den Ort Altmünster, aber in den Nachbarort Traunkirchen. Hier wird um 1020 das erste Frauenkloster Oberösterreichs gegründet. Bei der Gründung des Klosters Traunkirchen muss die Abtei Traunsee in Altmünster noch in Erinnerung gewesen sein. Denn es gibt Dokumente, die auf dessen Grundbesitz verweisen.

Seit dem Mittelalter floriert der Ort und steht in enger Verbindung mit Traunkirchen. Er lieg am Transportweg für Salz, das in Hallstatt und anderen Orten abgebaut wird.  Außerdem ist er Lieferant für Brennholz, das zur Salzgewinnung, zur Befeuerung der Sudpfannen in den Salinen dient, sowie Holz für den Bau von Transportschiffen und Salzfässern. Durch den Salzhandel gelangt auch Altmünster zu ansehnlichem Wohlstand.

Mitte des 19. Jahrhunderts führt der Beginn der industriellen Revolution mit neuen Transportmöglichkeiten, wie der Eisenbahn, zum Ende des Salzhandels.  In dieser Zeit geraten die Orte zunehmend in Vergessenheit. Doch schon ab der Mitte des 19. Jahrhunderts beginnt der Tourismus, ausgehend von Bad Ischl, zu boomen. Das gesamte Salzkammergut profitiert vom kaiserlichen Kurort. Der Adel und reiche Bürger lassen sich Schlösser und Sommervillen an den Seen des Salzkammergutes bauen, so auch beispielsweise in Altmünster die Schlösser Traunsee und Ebenzweier. Hotels und Gasthäuser schießen wie Pilze aus dem Boden. Die reizvollen Dörfer, das schöne Seeufer und die malerische Bergwelt machen den Traunsee damals wie heute zu einem der beliebtesten Bade- und Urlaubsorte des Salzkammergutes.

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