Die englischen Gründer der Schifffahrt auf dem Traunsee
England, Keimzelle der industriellen Revolution
In den englischen West-Midlands wurde 1820 erstmals eine Dampfmaschine in ein Schiff eingebaut.
Die Binnenschifffahrt des europäischen Festlandes erschien als eine äußerst lukrative Verwertungsmöglichkeit dieser neuen Technik. Dabei hatte man sowohl den Salz- als auch den Personentransport im Auge.
John Andrews und Joseph Prichard erlangten1829 eine Konzessionen für einen Schifffahrtsbetrieb in der Donaumonarchie. Die "Erste k.k. privilegierte Donau-Dampfschifffahrts-Gesellschaft" -DDSG war gegründet. John Andrews schied 1836 aus dieser aus und bereiste mit seinem Schiffbaumeister Joseph John Ruston das Salzkammergut. 1837 erhielt er eine Konzession, auf fünf der Salzkammergut-Seen Dampfschifffahrt zu betreiben.
Der Schiffsbaumeister Joseph Ruston konstruierte zu diesem Zweck den ersten hölzernen Dampfer. Die ersten Probefahrten wurden im April 1839 durchgeführt und im Mai startete der reguläre Betrieb. Das Schiff benannte er nach der Tochter des Kaisers Franz I., der Erzherzogin Sophie.
Franz I. war von seinem Gottesgnadentum zutiefst überzeugt und lehnte wie Metternich alles ab, was auch nur in die Richtung von Volksrechten wies. Geprägt durch heute starrsinnig anmutenden Konservatismus, dem jede noch so kleine Reform oder Veränderung verdächtig erschien. Dies war auch in wirtschaftspolitischer Hinsicht der Fall, so dass Österreich auf Grund dieser Haltung große Schwierigkeiten hatte, mit der wirtschaftlichen und technischen Entwicklung der ersten Hälfte des 19. Jahrhunderts Schritt zu halten. So ist es bezeichnend, dass 1830 Rothschilds erstes Ansuchen an den Kaiser Franz I., eine Konzession für den Bau einer Bahnlinie zu den nordmährischen Eisen- und Kohlevorkommen zu erlangen, abgelehnt wurde.
Aber zurück zu den Engländern am Traunsee: Das Dampfschiff "Sophie" war 39 Meter lang, etwa vier Meter breit und wog ohne Maschine 41 Tonnen. Die 56 PS starke Maschine stammte von Boulton & Watt aus England und leistete bis zu 40 Umdrehungen in der Minute. Für eine Überquerung des Sees von Gmunden nach Ebensee benötigte das Schiff 48 Minuten.
Der Salztransport auf dem Traunsee von Ebensee nach Gmunden erfolgte unter anderem durch das Schleppen der bis zu 30 m langen Salzzillen durch die Dampfschiffe.