Entladestelle Gmunden

Umschlagplatz in Gmunden

Von den Salzzillen auf die Pferdeeisenbahn

Die Pferdeeisenbahn Linz-Gmunden übernahm ab 1836 den Hauptanteil der Salztransporte und machte den Großteil der Schiffleute erwerbslos. 1848 rissen Schiffleute die Schienen der Pferdeeisenbahn auf, da diese die Schuld an ihrer Notlage habe. Dieses Ereignis reiht sich ein in die Protestbewegung der Maschinenstürmer, die sich gegen die sozialen Folgeerscheinungen der Mechanisierung in der industriellen Revolution richtete.

Häufig war die Zerstörung von Maschinen oder neu errichteten Fabriken ein Mittel, um die von Fabrikanten beabsichtigte Ersetzung von qualifizierten Arbeitern durch Ungelernte zu verhindern oder um gegen Verschlechterungen der Lohn- und Arbeitsbedingungen zu protestieren.

Doch der Niedergang der Salzschifffahrt begann bereits 1824, als der Staat das Monopol des Salztransportes aufgab und privaten Händlern überließ. Die Schiffleute waren nun keine kaiserlichen Arbeiter mehr und verloren ihre Privilegien. 

Die ärarische, die herrschaftliche Salzschifffahrt, organisiert von der Hofkammer in Wien, ging zu Ende, an deren Stelle traten privatwirtschaftliche Unternehmen. Die Schiffleute waren nicht mehr länger Angestellte der Hofkammer, sondern waren mit einem liberalisierten Markt konfrontiert. Die Salzfertiger in Gmunden hatten als private Unternehmer natürlich ihren Profit im Auge.

Der Spruch „Wir, die Stadler, haben die Arbeit und die Gmundner das Geld“ illustriert den Gegensatz zwischen Arbeit und Kapital, so wie ihn die Schiffsleute aus Stadl Paura empfanden und so zum Ausdruck brachten.

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