Schiffboden und Spanten

Schiffboden und Spanten „Kipfen“ 

Das Rückgrat der Salzzillen

Um den geschwungenen Schiffskörper herzustellen, wurde im Freien aus Holzpfosten ein sogenanntes Lager „G’lieger“ gebaut, das eine völlig ebene Fläche bildete. Darauf wurden die Bodenbretter gelegt, an Bug und Heck mit Seilen aneinander gepresst und provisorisch mit Eisenklampfen fixiert.

Um den Rand des Bodens wurde dann das sogenannte „Ichsenholz“ herumgezogen, das unterste, besonders kräftige Holz der Schiffswand.

Dann wurden die Kipfen, die Spanten, natürlich gewachsene Winkelhölzer, gebildet durch den gespaltenen Stamm und die dicke, die oberste Wurzel eines jungen Nadelbaumes. Der Stamm bildete dabei das „Schemelholz“ für die Bodenläden, die Bodenbretter, während die Seitenwände des Schiffes auf die im rechten Winkel gewachsenen Wurzelhölzern, den „Kipfenhörndln" genagelt wurden. Je zwei gegen- und aneinander aufgelegte Kipfen wurden mitsamt dem Bodenholz durch- und angebohrt und mit Holznägeln miteinander verbunden.

Im Schiff lag das Stammende am Boden, das Wurzelende „Kipfhörndl“ an der Wand. Die Festigkeit eines Schiffes hing wesentlich von der Zahl und dem Abstand der eingebauten „Kipfen“ ab. Holznägel haben die Eigenschaft, bei Feuchtigkeit zu quellen, sind daher stabiler als Nägel aus Eisen, die bei den ständigen Bewegungen des Schiffes ausleiern und dieses an Festigkeit verliert.

Zur Gewinnung der Kipfen durchsuchten die „Kipfengraber" die Wälder nach jungen geeigneten Bäumen, die sie dann mit Krampen ausgruben oder durch Pferde nieder- und ausrissen. Da man für eine einzige „Siebnerin" 80 Kipfen benötigte und jährlich hunderte neue Schiffe gebaut werden mussten, war der Bedarf an Kipfen enorm und richtete in den Waldungen besonders großen Schaden an.

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