Die Schiffsbauer
Die Werften des Salzkammerguts
Im Kammergut waren in der Mehrzahl selbständige Unternehmer, die ihre Erzeugnisse unmittelbar an die Besteller verkauften und sich nur mit dem Preis an die Bestimmungen des Großkufenhandelsamtes in Gmunden zu halten hatten. Die Verkaufspreise für die Zillen wurden amtlich festgesetzt.
Die Lebensdauer auch für solide gefertigte Zillen überstieg selten vier oder fünf Jahre. Während dieser Zeit mussten sie mehrmals gründlich ausgebessert werden. 1688 gab es außer in Hallstatt, Weißenbach und Gosau noch 49 Schiffbauer im Bezirk von Ischl, 64 am Gmundner See, 57 in der Gegend um St. Wolfgang, am Abersee 13.
Die Hauptabnehmer der von den Schiffswerkern verfertigten Salzzillen waren die Fertiger, die zum Transport der Küfel, das sind Holzgefäße mit gepresstem Salz, in der Regel eigene Schiffe benützten.
Die Salzschiffe legten den Weg von Gmunden zur Ladestelle in Stadl drei‐ bis viermal und öfter zurück, bevor sie fahruntauglich wurden oder verunglückten. Die aus dem Dienst gezogenen, für mindere Zwecke aber noch brauchbare Zillen hießen „Hingeberinnen“, da die Fertiger sie nach ihrer Entladung auf der letzten Fahrt in den Ladestätten wie Gmunden, Stadl oder Zizlau an der Donau „hingaben“, das heißt verkauften.
Der freihändige Verkauf von Zillen unterlag mehrfachen Beschränkungen. Neue Zillen durften nach der Entleerung ihres Inhalts überhaupt nicht verkauft werden. Trotz aller Strafandrohungen blühte der Schwarzmarkt nicht nur mit den „Hingeberinnen“, sondern auch mit neuen Zillen – denn die Fertiger, die Salzhändler, machten dabei ordentliche Gewinne.