Abdichten heißt Schoppen

Das Schoppen

Vom Abdichten der Fugen

Waren alle konstruktiven Teile des Rumpfes verbunden, folgte das „Schoppen“, das Dichten der Fugen. Dazu wurde das Schiff aufgelehnt, also seitlich aufgekippt, um den Boden zugänglich zu machen.

Die Fugen besaßen durch das Abschrägen der Ladenränder einen dreieckigen Querschnitt. Hier hinein wurde nun zunächst ein dreieckiger Span, das „Miasbeil“, gelegt, dann „Mias“ = Moos mit einem keilförmigen „Schöppel“ und einem Schlegel geschoppt, hineingepresst. Darauf kam nochmals ein dünner, flacher Span, der „Zain“, der mit Hilfe darüber geschlagener kleiner Klampfen aus Eisenblech niedergedrückt wurde. Das Moos hat, wie die Holznägel die Eigenschaft, durch Wasser aufzuquellen und verhindern dadurch den Wassereintritt.

Nachdem der halbe Boden und die eine Wand abgedichtet war, lehnte man das Schiff nach der anderen Seite auf und der Vorgang wiederholte sich. Am Stoß von Boden und Wand wurden außen häufig „Rafen“ (halbierte, dünne Stämme) aufgesetzt, um das Schiff beim Anfahren zu schützen. Dem gleichen Schutz dienten auch auf den Boden genagelte „Sohlbrettl“ als Schutz bei Grundberührung.

Abschließend wurden noch die Wände gebrannt und mit dem typischen Zebramuster versehen. Ob dies nun rein der Zier diente oder wie eine Einkerbung die Spannung aus den Wänden nehmen sollte, ist nicht mehr mit Sicherheit zu sagen. War dies getan, konnte das Schiff „aufs Wasser geworfen“ werden.

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