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Das Schiffsleutmuseum Stadl-Paura

Ein Unesco Weltkulturerbe

Schon seit dem 14. Jahrhundert gibt es eine Art von Zunft oder Zeche, zu der sich die Stadlinger Schiffleute vereinigten. Da das Stift Lambach Grundherr und die Grundherrschaft für Stadl besitzt, beauftragt Königin Elisabeth Anfang des 14. Jahrhunderts den Abt von Lambach mit der gesamten Organisation des Salztransportes auf der Traun ab Stadl. Durch diesen Transport bzw. Handel fließen beträchtliche Summen an Geld in das Stift.

Nicht nur dadurch wird das Stift sehr reich, auch durch den Besitz von über 60 Dörfern und Höfen, die den Zehent, den 10. Teil ihrer Erträge abzuliefern hatten. Zusätzlich leisteten die leibeigenen Bauern, aber auch die Schiffsleute unbezahlte Hand- und Spanndienste. Handdienste bestanden darin, die landwirtschaftlichen Kulturen des Grundherrn, des Stiftes anzulegen, zu pflegen und zu ernten. Spanndienste waren Arbeiten, die mit Zugtieren ausgeführt wurden. Dadurch kam es immer wieder zu Konflikten mit dem Stift Lambach.

Die Zunft der Schiffsleute aus dem 14. Jahrhundert kann als Vorläufergemeinschaft des heutigen Schiffervereins gesehen werden, der Ende des 19. Jahrhunderts als Schifferunterstützungsverein gegründet wurde.

Dessen Aufgabe war es, die soziale Lage der durch die Verlagerung des Salztransportes auf die Pferdeeisenbahn zum großen Teil erwerbslos gewordenen Schiffsleute zu mildern, aber vor allem die Arbeitsunfähigen finanziell zu unterstützen. Dazu gehören die alten oder verunglückten Schiffer, sowie deren Witwen. Im 2. Weltkrieg lösten die Nationalsozialisten die Tätigkeit des Schiffsvereins auf. Diesen hat man allerdings nach deren Entmachtung wieder belebt.

Themen, die sich seitdem entwickelt haben, sind die Bewahrung der Schiffertradition, das Betreiben des Schiffleut Museums, der Salzstadln, das Veranstalten von Festen, wie dem Schifferfest und den jährlich stattfindenden Gegenzug. Mehr als 600 Mitglieder unterstützen den Verein heute.

Seit 2022 wurde die Naufahrt Bootsfahrt flussabwärts und das stromaufwärts Schleppen der Schiffe durch Pferde, auch Gegenzug genannt, in das Verzeichnis ,,Immaterielles Kulturerbe‘‘ Österreich der UNESCO aufgenommen.

Der Schifferverein organisiert auch heute noch Gegenzüge. Besucher haben die Möglichkeit an einem Wochenende im August diese hautnah mitzuerleben.

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