Der Säulenhochaltar
Altarbild Maria Himmelfahrt
Herzstück der Stiftskirche ist der mächtige Säulenhochaltar und das Altarbild Maria Himmelfahrt. Es ist ebenfalls von Sandrart, der dieses Gemälde und auch alle anderen Altarbilder als seine besten Arbeiten bezeichnet. In der Kunstgeschichte hat Sandrart allerdings eher einen ernüchternden Ruf. Seit langer Zeit gilt er schon als braver und konventioneller Maler des 17. Jahrhundert, der wenig ursprüngliche Kraft besaß und mehr Talent für Nachahmung und Nachbildung besaß.
Zu Lebzeiten feiert man ihn jedoch sehr. Das liegt auch an seinen Beziehungen und Auftraggebern. Darunter ist Maximilian I von Bayern, Kaiser Ferdinand III und der römische König Ferdinand IV. Als Dank für seine vielen Porträtmalereien des österreichischen Adels, erhält er selbst den Adelsstand.
Hier befinden sich auch überlebensgroße Statuen von vier Heiligen: hl. Killian, hl. Maximilian, der erste Bischof von Lauriacum, der sein großes Erbe seines Anwesens an seine Sklaven verschenkt hat und nach Rom pilgert, um seinen Glauben zu verkünden. Für 20 Jahre ist er Wanderbischof, bis er während der Christenverfolgung unter Kaiser Numerian enthauptet wird.
Ebenso zu sehen ist die hl. Katharina mit dem Radl. Sie wird mit einem Rad dargestellt, da die Römer sie in einem Amphitheater während der Christenverfolgung mit einem Rad auseinanderreißen wollen. Ein Engel erhört jedoch ihre Gebete und zerschlägt das Rad. Durch die Wucht des Schlages töten die Radsplitter angeblich 4000 Heiden, die dem Spektakel beiwohnen. Dem heutigen Forschungsstand zu folge, ist die hl. Katharina eine rein erfundene Person. Sie gilt dennoch als Helferin bei Sprachschwierigkeiten, Leiden der Zunge und ist Schutzpatronin der Schulen, philosophischer Fakultäten, Näherinnen und Schneiderinnen.
Eine weitere Heilige, die als Statue verewigt ist, ist die hl. Barbara. Sie ist eine der bekanntesten Märtyrerinnen des 3. Jahrhunderts. Ihr eigener Vater enthauptet sie, da sie nicht ihren christlichen Glauben und ihre jungfräuliche Hingabe an Gott aufgeben will. Seit der Gegenreformation gilt sie als Schutzpatronin der Bergleute. Außerdem ist sie die Schutzpatronin der Artillerie und wird in dieser Beziehung oft mit einer Kanone dargestellt, in der Hoffnung, dass die Artillerie ihre Ziele auf dieselbe Weise treffen möge, wie der Blitz den Dioscuros traf, nachdem er seine Tochter enthauptet hatte.
Zu den heiligen Jungfrauen, zu der auch Margarete mit dem Wurm gehört (Margareta von Antiochia), gibt es auch ein Volksgedicht, um sich die Namen der Heiligen einzuprägen:
Margareta mit dem Wurm,
Barbara mit dem Turm,
Katharina mit dem Radl,
das sind die drei heiligen Madl.
Margareta wird häufig mit einem Wurm bzw. mi einem Drachen dargestellt, da ihr vor ihrer Hinrichtung im Gefängnis ein Drache erschienen ist, der sie verschlingen will. Als sie jedoch das Kreuzzeichen schlägt, rettet sie sich durch ihren Glauben.
Diese drei jungfräulichen Heilige gehören auch der Gruppe der (quattuor) Virgines Capitales an, die jungfräulichen Märtyrinnen der frühen Kirche. Neben Katharina, Margareta und Barbara gehört auch Dorothea dazu.
Dorothea sollte in ihrer Heimatstadt den heidnischen Stadthalter heiraten, den sie aber wegen seines falschen Glaubens verweigert. Ein anderer Heide namens Theophilus will sich dem christlichen Glauben zuwenden, wenn Dorothea ihm Blumen und Früchte aus dem Garten des Stadthalters bringe. Daraufhin überbringt sie Theophilus einen Korb mit Blumen und Früchten. Der Stadthalter ist so erzürnt, weil Dorothea aus seinem Garten gestohlen hat, dass er sie beide enthauptet. Deswegen wird Dorothea heute mit einem Blumenkorb und Früchten dargestellt. Sie ist allerdings nicht so bekannt wie die anderen drei Heiligen.