König Salomo soll im 10. Jahrhundert vor Chr. als dritter König Herrscher über das vereinigte Königreich Israels gewesen sein. Er war außerdem der Erbauer des ersten jüdischen Tempels in Jerusalem.
Der bekannteste Mythos über König Salomo ist das salomonische Urteil. Hier streiten sich zwei Frauen um ein Kind. Die zwei Mütter leben zusammen in einem Haus und haben jeweils ein Kind. Doch die eine Mutter erdrückt ihr Kind im Schlaf. Als sie dies bemerkt, schleicht sie sich in das Zimmer der anderen Mutter und tauscht das tote Kind mit dem lebendigen Kind aus.
Am nächsten Morgen erkennt die zweite Mutter sofort, dass das tote Kind nicht das ihre ist und beginnt mit der anderen Mutter zu streiten. Sie sind beide fest davon überzeugt, die Mutter des lebenden Kindes zu sein.
Der Streit wird vor König Salomo gebracht. Beide Mütter beteuern vor dem König und dem Hofstaat die Mutter des lebenden Kindes zu sein. König Salomo befiehlt seinem Diener, sein Schwert zu holen. Er will das Kind in zwei Hälften schneiden, damit beide Mütter einen Teil des Kindes bekommen und der Streit beendet ist.
Die wahre Mutter des Kindes fleht den König an, dies nicht zu tun. Sie bittet ihn, das Kind der anderen Mutter zu geben, denn dann würde es wenigstens am Leben bleiben. Die andere Mutter, in den Wahnsinn getrieben durch den Verlust ihres Kindes, will das Kind zerschneiden. Sie meint, dass es keinem von beiden gehören soll.
Der König erkennt daraufhin, wer die wahre Mutter ist. Er befiehlt, das Kind der Mutter zu geben, die bereit war, im Angesicht seines grausamen Urteils, das Kind der anderen zu geben. Denn eine wahre Mutter lässt ihr Kind los, um es zu beschützen.
Der Hofstaat und ganz Israel sieht das weise Urteil des Königs und erkennt die Weisheit Gottes in ihm.