Vielfältige Lebensräume:
Lärchenwiesen sind eine Besonderheit in unserer Naturparkregion. Sie sind hier nicht natürlich entstanden, sondern das Ergebnis mühevoller Arbeit unserer Vorfahren. Da die Höfe hier sehr klein sind, wollte man aus dieser Kulturgattung einen Doppelnutzen ziehen. Oben wertvolles Nutzholz und unten Gras, als Heu oder Weide fürs eigene Vieh. Die Lärchenweiden bieten Lebensraum für seltene Tier- und Pflanzenarten, darunter auch heimische Orchideen wie das Kleine Knabenkraut (Orchis morio).
Mischwälder und Hecken: Neben den dominierenden Nadelforsten weisen unsere Wälder auch verschiedene standortgerechte Mischwälder auf. Fichten-Tannen-Buchenwälder finden sich ebenso wie Eschen-Bergahorn-Wälder. In den Schluchten und Randzonen der Bäche kommen Grauerlen- und Eschenfeuchtwälder vor. Kleinstgehölze wie Hecken, Baumreihen und Einzelbäume geben unserer Landschaft Struktur. Sie dienen auch als Trittsteinbiotope bei der Lebensraumbesiedelung durch Tiere und Pflanzen.
Almen und Bergmähder stellen einen wichtigen Bestandteil der hiesigen landwirtschaftlichen Tradition dar. Mit Kühen, Ziegen, Schafen oder Pferden werden sie vom Frühjahr bis zum Herbst beweidet. Dieser reich strukturierte und extensiv bewirtschaftete Lebensraum in höheren Lagen ist auch aus ökologischer Sicht von großer Bedeutung. Die Erhaltung unserer Almen ist ein wesentlicher Beitrag zur Förderung kleinregionaler Wirtschaftskreisläufe und der Artenvielfalt. Seltene Pflanzen- und Tierarten finden dort einen Überlebensraum.
Streuobstwiesen sind prägende Landschaftselemente in unserer Kulturlandschaft. Sie ermöglichen neben dem Fruchtgenuss auch die Nutzung als Weide. Ihr Wurzelwerk sichert Hänge und ihre Kronen sorgen für ein ausgewogenes Kleinklima. Sie sind Lebensraum für eine große Zahl von Vögeln und Fledermäusen, Insekten und anderen wirbellosen Tieren wie Käfer, Spinnen und Würmer. Bis zu 5000 Pflanzen- und Tierarten leben auf, unter oder von den Obstbäumen und sichern damit die biologische Vielfalt in der Region.