Die Anfänge der Sommerfrische

Die Sommerfrische im Salzkammergut

 „Wir sind der schönen Gegend wegen so langsam gereist, dass wir erst zwei Tage hier sind.“ schreibt Alexander von Humboldt, deutscher Forschungsreisender und größter Naturforscher seiner Zeit, 1797 nach einer Reise von Linz aus quer durch Oberösterreich ins Salzkammergut.

Seinen Worten nach verwundert es nicht, dass in dieser Region die ältesten Wurzeln der Sommerfrische liegen. Schon zu Beginn des 19. Jahrhunderts verlegten die Städter den Lebensmittelpunkt während der warmen Jahreszeit in die Sommerwohnung am Traunsee oder an einem der vielen anderen Seen.

Für das oberösterreichische Salzkammergut gelangte die Sommerfrische zu wirtschaftlicher Bedeutung, als Kaiser Franz Joseph I. sich ab 1853 regelmäßig in Bad Ischl aufhielt. Von 86 Sommern hat er nur 3 nicht hier verbracht. Auch Kaiserin Sissi soll sich bei ihrem ersten Aufenthalt nicht nur in den Kaiser, sondern ebenso in die Region verliebt haben. Vor allem die Wiener legten großen Wert darauf, auch im Sommer in der Nähe ihres Monarchen zu sein. Man verbrachte mit Frauen, Kindern und Personal mehrere Monate in der Nähe Bad Ischls und verwandelte so die Salzstadt Gmunden und ihre Umgebung in ein nobles, kleines Wien am See.

Als Bekleidung trug man Dirndl und Trachtenanzug mit Stolz, vor allem das jüdische assimilierte Bürgertum fühlte sich dadurch in hohem Maße mit der Habsburgermonarchie und Österreich verbunden. Die Gesellschaft der Sommerfrischler war bunt. Sie bestand aus Künstlern, Ärzten, Politikern, Wirtschaftsvertretern und anderen Bevölkerungsschichten. Es wurde auch in der Sommerfrische gearbeitet und das eine oder andere Geschäft abgeschlossen, allerdings in entspannter Atmosphäre und immer wieder unterbrochen von Festen und Einladungen.

Weil der Kaiser in Bad Ischl war, kam auch die große Welt hierher. Persönlichkeiten wie Marie von Ebner-Eschenbach, Johann Strauß, Johannes Brahms, Egon Schiele, Gustav Klimt und Gustav Mahler, sowie zahlreiche Monarchen und Repräsentanten anderer Länder verbrachten ihre Sommerfrische im Salzkammergut. Dies war der Beginn eines frühen Tourismus, dem bis zur Gegenwart eine maßgebliche wirtschaftliche Bedeutung in der Region zukommt. Im 20. Jahrhundert waren es u.a. Clark Gable, Marlene Dietrich, Emil Jannings, Susi Nicoletti, Alfred Gerstenbrand, Karl Heinrich Waggerl, sowie Hannelore und Helmut Kohl. Auch heute noch ist Bad Ischl Treffpunkt der Aristokratie, vor allem im August anlässlich des Geburtstags des Kaisers.

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