Wandern im Borjomi-Kharagauli National Park
Fünf ausgesuchte Wanderrouten
Der Borjomi-Kharagauli Nationalpark (BKNP) ist einer der größten Nationalparks in Georgien. Er war der erste Nationalpark im Kaukasus, der nach internationalen Standards eingerichtet wurde und gehört seit 2007 dem „Pan Parks Network of European Protected Areas“ an.
Der Borjomi-Kharagauli Nationalpark bietet nach dem derzeitigen Wegesystem 12 offizielle Wanderwege (Stand Frühjahr 2022), deren Markierungen ähnlich heimischen Wanderrouten meist auf Bäume gemalt sind. Da die Wege in dem sehr weitläufigen Gebiet nicht immer leicht zu erkennen sind, empfehlen wir dringend, zuverlässige Karten und ein GPS-Gerät zu verwenden oder die Dienste einheimischer, professioneller Führer in Anspruch zu nehmen.
Vor dem Betreten des Parks sollte man sich in einem der beiden Besucherzentren registrieren: entweder im Borjomi-Kharagauli Nationalpark Visitor Center in Borjomi, Meskheti 23, oder im Besucherzentrum in Kharagauli, King Solomon 19. Die Öffnungszeiten der Besucherzentren sind Montag bis Freitag von 9 bis 18 Uhr und am Wochenende von 9 bis 16 Uhr.
Die Genehmigungen zum Betreten des Parks, die das mehrsprachige Personal der Besucherzentren ausstellt, sind kostenlos. Zusätzlich kann man in den Visitor Centers alles mieten, was man auf einer mehrtägigen Wanderung im Borjomi-Kharagauli Nationalpark braucht, Schlafsäcke, Zelte oder Campingkocher. Und man kann ein Taxi reservieren, das einen zum gewünschten Parkeingang bringt und nach Beendigung der Wanderung auch wieder abholt.
Als europäischer Tourist sollte man sich immer der Tatsache bewusst sein, dass der Borjomi-Kharagauli Nationalpark ein riesiges, zusammenhängendes Waldgebiet ist, durch das man tagelang wandern kann, ohne jemandem zu begegnen. Vor allem dann, wenn man in der Nebensaison von Mitte März bis Mitte Mai oder von Ende September bis Ende Oktober unterwegs ist. Und im Notfall gibt es höchstwahrscheinlich auch keine Handyverbindung. Schon aus diesem Grund ist eine Registrierung in einem der Besucherzentren vor Betreten des Parks dringend anzuraten.
Alles, was man auf einer längeren Wanderung im Nationalpark braucht, muss man selbst mitbringen: Essen, Wasser, Schlafsack, Zelt, Kochgeräte etc. Und man muss selbstverständlich auch alles, was während einer Wanderung an Müll anfällt, selbst wieder mitnehmen.
Im Borjomi-Kharagauli Nationalpark gibt es keine Siedlungen, lediglich ein paar Hirtenhütten und die sogenannten „tourist shelters“ für Übernachtungen. Letztere sind allerdings einfache Holzhütten mit Holzbetten ohne Matratzen oder sonstigem Komfort.
Entlang der Wanderrouten gibt es einige Wasserstellen und die „tourist shelters“ haben in der Regel eine Außentoilette. Da die „shelters“ nur jeweils über einige wenige Schlafplätze verfügen, ist während der Hochsaison im Juli und August eine Vorab-Reservierung in einem der Besucherzentren durchaus anzuraten. Sind die „shelters“ voll, kann man natürlich auch im Zelt übernachten.
Die Unberührtheit der georgischen Wälder beinhaltet natürlich auch alle damit verbundenen Gefahren wie Bären, Schlangen oder kaukasische Hirtenhunde. Um letztere und deren Herden sollte man übrigens dringend einen großen Bogen machen.
Übrigens: Eine Wanderung zusammen mit einem professionellen georgischen Guide kann eine sehr interessante Erfahrung sein. Der Service steht normalerweise auf Georgisch, Russisch und Englisch zur Verfügung und kann in einem der Besucherzentren gebucht werden.
Aber denken Sie bitte daran, dass sich ein georgischer Guide als Ihr Begleiter versteht und nicht als Ihr Diener, Dienste wie etwa jene der Sherpas im Himalaya dürfen Sie nicht erwarten. Ein georgischer Guide trägt nicht Ihren Rucksack, er bereitet Ihnen keine Mahlzeit zu oder stellt für Sie das Zelt auf. Aber bei höflichem Umgang miteinander wird er immer helfen, wo er kann.
Die Verwaltung des Borjomi-Kharagauli Nationalparks plant, in Zukunft ein großes Wegesystem zu installieren, in dem alle Wege kombiniert werden sollen, anstatt sie, wie derzeit üblich, nach Name, Route und Schwierigkeitsgrad zu trennen. Auch neue Wanderwege und neue Schutzhütten sollen in den nächsten zwei Jahren gebaut werden.
Wir haben in diesem Guide fünf Wanderrouten im Borjomi-Kharagauli Nationalpark ausgewählt und beschrieben. Vom einfachen 13 km Footprint Trail bis zur anspruchsvollen 54 km 4-Tages-Wanderung auf dem Saint Andrew Trail. Die Beschreibung folgt jenem Wegesystem, das im Frühjahr 2022 in Verwendung war.
Picture credits: Borjomi-Kharagauli National Park Administration
Projekt “Increased regional added value in the tourism sectors of Georgia by Digital Heritage Tourism Guides”, gefördert durch die Austrian Development Agency (ADA) aus Mitteln der Österreichischen Entwicklungszusammenarbeit.