Borjomi und der Borjomi Central Historical Park

Die Stadt Borjomi liegt in der georgischen Provinz Samtskhe–Javakheti knapp 50km nordöstlich von Akhaltsikhe an einer der Hauptverkehrsrouten. Mit ihren etwas mehr als 10.000 Einwohnern gehört Borjomi bereits zu den größeren Städten der Region.  

Borjomi liegt in der malerischen Borjomi-Schlucht entlang des Flusses Mtkvari am östlichen Ende des Borjomi-Kharagauli Nationalparks. Die Stadt ist für zwei Dinge bekannt: ihre Geschichte und ihr Mineralwasser. Letzteres ist durch den Export in über 40 Länder eine der Haupteinnahmequellen der Region und eines der bekanntesten Produkte Georgiens.  

Das berühmte Mineralwasser, dem, obwohl wissenschaftlich nicht bewiesen, heilende Kräfte zugeschrieben werden, gelangt aus einer Tiefe von rund 8-10 Kilometern ohne Pumpen nur durch den Druck natürlichen Kohlendioxids an die Erdoberfläche. Während seiner Reise wird das Borjomi-Wasser nicht nur mit mehr als 60 verschiedenen Mineralien angereichert, es kühlt sich auch kaum ab und erreicht daher die Erdoberfläche mit einer Temperatur von rund 40 Grad Celsius.

Gegen Ende des 19. Jahrhunderts war die kleine Stadt Borjomi ein glamouröser Kur- und Urlaubsort. Die russische Zarenfamilie der Romanovs hatte sich hier einen Sommerpalast errichten lassen, der sich heute auf dem Gelände des bekannten Borjomi-Likani Hotels im Stadtteil Likani befindet.

Die Mitglieder des russischen und persischen Adels folgten den Romanovs und ließen sich ebenfalls prachtvolle Villen erbauen, bald eröffneten teure Bäder und Hotels, um die betuchte Klientel willkommen zu heißen. Darunter auch bekannte Künstler der Zeit, etwa der Komponist Peter Iljitsch Tschaikowsky oder der Dichter Maxim Gorky.

Auch heute kommen noch viele Leute nach Borjomi, um die angeblich heilende Wirkung des berühmten Wassers zu spüren und zu erleben. Das Wasser wird meist direkt aus den Quellen getrunken, zusätzlich gibt es in der Region zahlreiche Schwefelbäder, die ebenfalls die Linderung rheumatischer Beschwerden versprechen.

Borjomi beherbergt auch den Borjomi Central Historical Park, der Ende des 19. Jahrhunderts zur Zerstreuung der adeligen Sommergäste gebaut wurde und einige wesentliche Exponate des geschichtlichen Erbes der Stadt enthält.

Dazu gehören etwa die ehemalige Borjomi Mineralwasser Abfüllanlage und die Überreste des ersten Wasserkraftwerks der gesamten Kaukasus Region. Dieses Kraftwerk, ein damals höchst innovatives Projekt, produzierte Ende des 19. Jahrhunderts pro Tag mehr als 150.000 KW und deckte den enormen Strombedarf der exklusiven Ferienregion. Das Gebäude wurde in den 1990er Jahren fast völlig zerstört und soll in ein Industriemuseum umgewidmet werden.

Heute erwartet der Borjomi Central Historical Park seine Besucher nicht nur mit Mineralwasserquellen, Schwefelbädern, einer Seilbahn und historischen Gebäuden, sondern auch mit klassischen Ferienpark-Attraktionen.

Ein Besuch im Borjomi Central Historical Park ist ein lohnender Ausflug für die ganze Familie!

Anreise:
Borjomi liegt ca. 50 km nordöstlich von Akhaltsikhe an der Hauptstraße 8. Fahrzeit aus Akhaltsikhe etwa eine Stunde.

Entfernungen:
Akhaltsikhe - Borjomi: 50km

Öffnungszeiten und Preise:
Borjomi Central Historical Park ist täglich geöffnet. Eintritt 5 GEL pro Person, zahlbar bar oder mit Kreditkarte.

Professional Guide Service:
Borjomi Central Historical Park bietet professionellen Guide Service an. Sprachen Englisch, Georgisch, Russisch und Indisch. Guide Service kostet ca. 20 GEL, zahlbar in bar oder mit Kreditkarte.

Wichtige Hinweise: 
Borjomi Central Historical Park ist ein für georgische Verhältnisse gut ausgestatteter Tourismus Hotspot. Das beinhaltet Shops mit Speisen, Getränken und natürlich Souvenirs, Toiletten, Geldautomaten und sogar medizinische Versorgungn, falls nötig. Der Park ist im Wesentlichen barrierefrei.

Picture credits: beyondarts GmbH (Blick hinunter auf Borjomi Central Historical Park und Borjomi von der Bergstation der Seilbahn)

Projekt “Increased regional added value in the tourism sectors of Georgia by Digital Heritage Tourism Guides”, gefördert durch die Austrian Development Agency (ADA) aus Mitteln der Österreichischen Entwicklungszusammenarbeit.

 

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