Das Kloster Zeda Vardzia
Das Kloster Zeda Vardzia besteht aus einer kleinen orthodoxen Kirche mit einigen neueren Nebengebäuden und befindet sich ca. 3 km nordwestlich des berühmten Höhlenklosters Vardzia. Der Name “Zeda Vardzia” bedeutet so viel wie “das obere Vardzia”. Derzeit leben und arbeiten im Kloster Zeda Vardzia etwa 20 Nonnen.
Kirche und Kloster wurden im 11. Jahrhundert erbaut, höchstwahrscheinlich von Eristavi Liparit IV., dessen Name auf einem Stein der Kellerwand erwähnt wird.
Liparit IV. war ein georgischer General, der nicht nur Gefolgsmann des von 1027 bis 1072 regierenden georgischen Königs Bagrat IV. war, sondern zeitweise auch einer seiner größten Rivalen. Liparit war Mitglied der adeligen Familie Kldekari und trug den Titel „eristavi“, der in etwa dem eines Herzogs entspricht.
Während des 11. Jahrhunderts beherbergten die Kirche und das Kloster von Zeda Vardzia eine lebendige Klostergemeinschaft, die im späten 12. Jahrhundert unter der Herrschaft König Georgs III. teilweise in den neuen und viel größeren Komplex der Höhlenklosters Vardzia verlegt wurde.
Als das Osmanische Reich im 16. Jahrhundert in die Region Samtskhe-Javakheti einfiel, wurden Kirche und Kloster von Zeda Vardzia, wie viele andere christliche Gebäude der Region, verlassen und dem Verfall preisgegeben.
Erst im 20. Jahrhundert, von 1975 bis 1978, wurden unter sowjetischer Herrschaft Kirche und Kloster Zeda Vardzia wieder aufgebaut, wenn auch noch nicht für religiöse Zwecke. 1997, nach dem Ende des Sowjetunion, wurde der Klosterbetrieb von einer kleinen Nonnengemeinschaft wieder aufgenommen.
Die Kirche von Zeda Vardzia wurde auf einem künstlich abgeflachten Felsplateau in der oberen Vardzia Schlucht errichtet und weist zwei Schiffe mit einem offenen dreibogigen Anbau an der Südseite auf.
Über dem Eingang befindet sich eine Inschrift in der mittelalterlichen georgischen Asomtavruli Schrift. Diese Inschrift wird bereits im 12. Jahrhundert bei Apridon, einem Gefolgsmann von König Georg III. und seiner Tochter und Nachfolgerin Königin Tamar, erwähnt.
Die Asomtavruli Schrift ist die älteste der drei georgischen Schriften, das Wort „Asomtavruli“ bedeutet „Großbuchstaben“, da es sich um eine Schrift mit lediglich einem Zeichen für jeden Buchstaben handelt.
Die Zeda Vardzia Kirche besteht aus gleichmäßig behauenen rechteckigen Steinblöcken. Das südliche Hauptschiff ist höher und größer als das nördliche, die beiden Schiffe sind durch Bögen verbunden, die auf zwei Pfeilern ruhen. Das Innere ist mit Fresken bemalt, die heute aber größtenteils verblasst und kaum noch zu erkennen sind.
Dennoch wurde die Kirche des Klosters Zeda Vardzia in die Liste der „Unbeweglichen Kulturdenkmäler von nationaler Bedeutung Georgiens“ aufgenommen.
Anreise:
Das Kloster Zeda Vardzia liegt ca. 3 km nordwestlich des berühmten Höhlenklosters Vardzia. Anreise über die Hauptstraße wie nach Vardzia über die Hauptstraß ს 11 (S 11) bis Khertvisi, dann über die Regionalstraße შ 58 (SCH 58). Mit dem Taxi aus Aspindza ca. 40 min (20 GEL).
Entfernungen:
Akhaltzikhe – Zeda Vardzia: 63km | Aspindza – Zeda Vardzia: 32km
Öffnungszeiten und Preise:
Das Kloster Zeda Vardzia kann jederzeit besichtigt werden, der Eintritt ist frei.
Wichtige Hinweise:
Der Klosterkomplex von Zeda Vardzia bietet für georgische Verhältnisse einiges an touristischer Infrastruktur: es gibt einen kleinen Shop und Toiletten sowie einige einfache Restaurants und Gästehäuser für Übernachtungen.
Picture credits: SJDC
Project “Increased regional added value in the tourism sectors of Georgia by Digital Heritage Tourism Guides” was funded by the Austrian Development Agency (ADA) with funds of Austrian Development Cooperation