Das Kloster Vahanis Kvabebi
Nur wenige Kilometer vom berühmten Höhlenkloster Vardzia entfernt, am anderen, rechten Ufer des Flusses Mtkvari, befindet sich ein weiteres kleines, in den Felsen gehauenes Kloster - Vahanis Kvabebi. Das Wort „kvabebi“ bedeutet so viel wie „Höhle“.
Fährt man auf der Hauptstraße ს 11 (S 11) von der Stadt Aspindza in Richtung der Festung Khertvisi und biegt dann rechts auf die Regionalstraße შ 58 (SCH 58) entlang des Flusses Mtkvari ab, erreicht man Vahanis Kvabebi innerhalb von 20 Minuten.
Obwohl Vahanis Kvabebi weit weniger bekannt als das Höhlenkloster Vardzia auf der anderen Seite des Flusses Mtkvari, stammt es aus dem 8. Jahrhundert und ist damit ein paar hundert Jahre älter als das berühmte Vardzia. Das Kloster Vahanis Kvabebi hat 19 Ebenen mit mehr als 200 Höhlen, darunter drei Felsenkirchen, von denen zwei bis heute mehr oder weniger erhalten sind. Da Vahanis Kvabebi eine U-Form bildet, hat man während des Besuchs meist einen hervorragenden Blick auf die jeweils andere Seite und die verschiedenen Ebenen des in den Berghang gebauten Klosters.
Eine der drei Kirchen des Klosters Vahanis Kvabebi befindet sich im Erdgeschoss und ist dem Heiligen Georg gewidmet. Die Außenmauer ist nicht erhalten, aber nach archäologischen Angaben muss die ursprüngliche Höhe etwa 12 Meter betragen haben. Es gibt einen kleinen, etwa 1,5 Meter hohen Raum, der die Form einer Grabkammer hat und als Grundlage der Konstruktion dient.
Nach wie vor erhalten ist ein geschnitztes Tor mit einer Vertiefung darunter, in der die geschnitzten Details der Ikonostase und die verzierten Steine des Glockenturms gefunden wurden. Eine Ikonostase ist ein meist aus Holz kunstvoll gefertigter Raumteiler mit Ikonen, der in vielen orthodoxen Kirchen das Mittelschiff vom Heiligtum trennt.
Auf der obersten Etage befindet sich eine weitere kleine Kirche, an deren Wänden Inschriften erhalten sind. Diese Inschriften, die größtenteils militärischen Inhalts sind, wurden der Legende nach von weiblichen Gefangenen in der zweiten Hälfte des 15. Jahrhunderts angefertigt.
Aber die Inschriften enthalten auch alte Muster georgischer Lyrik, darunter Teile des berühmten Gedichts „The Knight in the Panther’s Skin“, zu Deutsch „Der Ritter im Tigerfell“, des georgischen Nationaldichters Schota Rustaweli aus dem 12. Jahrhundert.
Im Laufe seiner Geschichte wurde das Kloster Vahanis Kvabebi, ebenso wie das Kloster Vardzia, mehrmals zerstört. Nicht nur durch mongolische, persische und türkische Eroberer, sondern auch durch Naturkatastrophen. Die Region Samtskhe-Javakheti wurde während des Mittelalters mehrfach von schweren Erdbeben erschüttert, etwa in den Jahren 1089, 1283 und erneut 1319.
Im späten 12. und frühen 13. Jahrhundert, unter der Herrschaft der berühmten georgischen Königin Tamar, der ersten weiblichen Herrscherin des Landes, wurde das Kloster Vahanis Kvabebi wieder aufgebaut und erweitert. Frühe georgische Quellen besagen, dass das Kloster damals im Besitz der adeligen Familie Tmogveli war, einem Zweig der mächtigen Mkhargrdzeli Familie, deren Angehörige hohe Posten in der Armee von Königin Tamar bekleideten.
Während des größten Teils seiner Geschichte fungierte Vahanis Kvabebi als Kloster. Die meisten seiner Bewohner waren Mönche und auch heute leben und arbeiten hier noch einige wenige Ordensbrüder.
Der Eintritt ins Klosters Vahanis Kvabebi ist frei und hier ist üblicherweise viel weniger los als im wesentlich bekannteren Kloster Vardzia auf der anderen Seite des Flusses Mtkvari. Aber wir empfehlen zu jeder Jahreszeit feste Schuhe, denn der Weg zum Kloster ist steil.
Anreise:
Von Aspindza über die Hauptstraße ს 11 (S 11) bis zur Festung Khertvisi, dann rechts abbiegen auf die Regionalstraße შ 58 (SCH 58) entlang des Flusses Mtkvari in Richtung des Höhlenklosters Vardzia. Das Kloster Vahanis Kvabebi befindet sich aus Richtung Khertvisi kommend einige Kilometer vor Vardzia auf jener Seite des Flusses, auf der auch die Straße verläuft. Anreise mit dem Taxi aus Akhaltsikhe ca. 1h 20 min (50 GEL), aus Aspindza ca. 40 min (25 GEL).
Entfernungen:
Akhaltzikhe - Vahanis Kvabebi: 60km | Aspindza - Vahanis Kvabebi: 29km
Öffnungszeiten und Preise:
Das Kloster Vahanis Kvabebi kann jederzeit besichtigt werden, der Eintritt ist frei.
Picture credits: beyondarts GmbH
Projekt “Increased regional added value in the tourism sectors of Georgia by Digital Heritage Tourism Guides”, gefördert durch die Austrian Development Agency (ADA) aus Mitteln der Österreichischen Entwicklungszusammenarbeit.