Die Wandmalereien
Die Wandmalereien in der Kirche Mariä Himmelfahrt des Klosters Timotesubani gehören zu den herausragenden Exponaten georgischer mittelalterlicher Kunst. Die meisten Gemälde wurden im „Goldenen Zeitalter Georgiens“ zwischen 1205 und 1215 geschaffen, als die legendäre Königin Tamar regierte. Tamar, die offiziell zum König und nicht zur Königin gekrönt wurde, war die erste weibliche Herrscherin des unabhängigen Georgien und regierte von 1184 bis 1213.
Obwohl die Wandmalereien der Kirche in Timotesubani ein Ganzes bilden, waren hier unterschiedliche Künstler am Werk und die Besonderheiten der einzelnen Meister sind deutlich erkennbar: ihre Arbeiten zeichnen sich durch außergewöhnliche zeichnerische Fähigkeiten, zarte Farben und fließende Linien aus. Die Fresken sind ein komplexes Ensemble, das die reiche Ikonographie der orthodoxen religiösen Ostertradition widerspiegelt, einschließlich Darstellungen Jesu, des Jüngsten Gerichts und natürlich der Gottesmutter Maria.
Zu Beginn des 21. Jahrhunderts führte das „Georgian Arts & Culture Center“ (GACC) umfangreiche Renovierungsarbeiten in und an der Kirche Mariä Himmelfahrt des Klosters Timotesubani durch. Zunächst wurde der genaue Restaurierungsbedarf ermittelt, einschließlich einer vollständigen Fotodokumentation. Zwischen 2002 und 2003 erfolgte zunächst die Sanierung der architektonischen Struktur. Dächer und Fenster wurden repariert, ein Entwässerungssystem installiert und das Innere der Kuppel gereinigt. Zum Abschluss des Projekts wurden die Fresken im Inneren der Kirche zunächst mit einem Mittel zur Entfernung von Bakterien behandelt und anschließend sorgfältig restauriert.
Für das Projekts in der Kirche Mariä Himmelfahrt im Kloster Timotesubani erhielt das Georgian Arts & Culture Center 2006 zusammen mit seinen Partnern den Preis der Europäischen Union für Kulturerbe.
Picture credits: SJDC
Projekt “Increased regional added value in the tourism sectors of Georgia by Digital Heritage Tourism Guides”, gefördert durch die Austrian Development Agency (ADA) aus Mitteln der Österreichischen Entwicklungszusammenarbeit.