Das Kloster Timotesubani

Das kleine Dorf Timotesubani mit knapp 300 Einwohnern liegt in der Region Samtskhe-Javakheti, etwa 18 km südöstlich der Stadt Borjomi und beherbergt ein mittelalterliches Kloster gleichen Namens.

Wie die meisten Klöster der Region besteht auch das Kloster Timotesubani aus mehreren Gebäuden, die in verschiedenen Jahrhunderten errichtet wurden. Die Bauarbeiten begannen vermutlich im frühen 11. Jahrhundert, die jüngsten Gebäude stammen aus dem 18. Jahrhundert.

Das größte Gebäude des Klosters Timotesubani ist die Kirche Mariä Himmelfahrt. Sie wurde während des sogenannten „Goldenen Zeitalters Georgiens“ unter der Regentschaft von Königin Tamar zwischen 1184 und 1213 erbaut.

Während dieser Zeit erreichten militärische Macht und wirtschaftliche Entwicklung des Landes einen Höhepunkt und führten auch zu einer Blüte der mittelalterlichen georgischen Malerei, Poesie und Kunst.

Die Kirche der Himmelfahrt der Jungfrau Maria wurde ursprünglich aus rosafarbenem georgischem Stein errichtet. Das Gebäude ruht auf zwei freistehenden Säulen und hat, wie die meisten Kirchen der damaligen Zeit, einen quadratischen Grundriss und eine Apsis an der Ostseite.

Die Basilika besitzt auch das typische Tambour. Ein Tambour ist ein aufrechtstehender Teil eines Kirchengebäudes, oft in Form eines Zylinders, über dem sich das Kuppeldach erhebt. Das Tambour besitzt rundherum schmale Fenster, von denen klassischerweise die eine Hälfte echt und die andere falsch ist.

Der Legende nach wurde die Kirche Mariä Himmelfahrt von Timotesubani vom georgischen Adligen Eristavi Shalva von Akhalzikhe erbaut. Shalva, der 1227 starb, war ein georgischer Militärkommandant der königlichen Familie von Toreli-Akhaltsikhe. Er war einer der wichtigsten Militärkommandanten während einer Reihe von Expansionskriegen unter der Herrschaft der georgischen Königin Tamar.

Der Titel „eristavi“ bedeutet „Oberhaupt der Nation“ und entspricht in etwa dem englischen „Duke“, also „Herzog“. Im mittelalterlichen Georgien wurde dieser Titel oft erfolgreichen Ex-Militärkommandanten verliehen, wenn diese Gouverneure größerer Provinzen wurden.

Die Kirche Mariä Himmelfahrt des Klosters Timotesubani verfügt im Inneren über Fresken aus dem frühen 13. Jahrhundert von herausragender Qualität und zählt daher zu den wichtigen Denkmälern des georgischen Kulturerbes.

Zu Beginn des 21. Jahrhunderts wurden die Kirche und ihr Innenraum vom Georgian Arts & Culture Center (GACC) von Grund auf renoviert. Das Georgian Arts & Culture Center ist die führende nationale Kultur NGO, die sich der Erhaltung, Entwicklung und Förderung georgischer Kunst und Kultur verschrieben hat.

Anreise:
Das Dorf Timotesubani liegt ca. 18 km südöstlich von Borjomi. Anreise am besten mit Taxi (15 GEL, 30min) oder Minibus (2 GEL, 40min).

Entfernungen:
Borjomi - Timotesubani: 18 km | Akhaltsikhe - Timotesubani: 65 km

Öffnungszeiten und Preise:
Das Kloster Timotesubani kann jederzeit besichtigt werden, der Eintritt ist frei.

Wichtige Hinweise:
Wie die meisten Kirchen und Klöster in Georgien verfügt auch das Kloster Timotesubani über keine nennenswerte touristische Infrastruktur. Es gibt einen kleinen Shop, wo man Wasser und einige lokale Produkte kaufen kann. Im Dorf Timotesubani finden sich einige kleine, einfache Gästehäuser für Übernachtungen.

Picture credits: SJDC

Projekt “Increased regional added value in the tourism sectors of Georgia by Digital Heritage Tourism Guides”, gefördert durch die Austrian Development Agency (ADA) aus Mitteln der Österreichischen Entwicklungszusammenarbeit.

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