Kirche zum Heiligen Saba

Die Kirche zum Heiligen Saba

Die größte Kirche des Klosters Sapara wurde Ende des 13. Jahrhunderts erbaut und ist dem Heiligen Saba geweiht.

Saba war ein Mönch und Priester im späten 6. und frühen 7. Jahrhundert, der den größten Teil seines Lebens als Einsiedler in Höhlen verbrachte. Das hatte vermutlich auch Sargis I. aus der georgischen Adelsfamilie der Jakeli im Sinn, der ab 1268 als erster souveräner Prinz die Region Samtskhe-Javakheti regierte. Gegen Ende seines Lebens trat er als Herrscher des Landes zurück und entschied sich für ein Leben als Mönch. Dabei nahm er den Namen Saba an.

Zu Ehren seines Vaters baute dann Sargis‘ Sohn und Nachfolger, Beka I. Jakeli, die Sankt Saba Kirche. Dies geschah vermutlich noch zu Lebzeiten seines Vaters, also vor 1285. Das Bauwerk wurde von einem Architekten namens Parezasdze ausgeführt, dessen Name noch heute auf einem Fensterbogen des westlichen Kirchenportals zu sehen ist.

Das Innere der Kirche zum Heiligen Saba wird durch schmale vier Fenster, eines in jedem Arm des kreuzförmigen Erdgeschosses, und acht ebenso schmale Fenster in der als Tambour ausgeführten Kuppel spärlich erhellt. Ein Tambour ist der aufrechte Teil byzantinischer Kirchengebäude, oft in Form eines Zylinders, auf dem das Kuppeldach sitzt.

Trotz der eher spärlichen Beleuchtung im Inneren lohnt sich ein Besuch der Sankt Saba Kirche: die Fresken an der Südwand gehören zu den ältesten in der Region erhaltenen und stammen aus dem 14. Jahrhundert. Sie zeigen vier Mitglieder der Jakeli-Familie, die von Mitte des 13. bis Mitte des 14. Jahrhunderts Herrscher der Region Samtskhe-Javakheti waren: Sargis I., Beka I., Sargis II. und Kvarkvare.

Die westliche Wand zeigt eine Reihe biblischer Szenen. In der Apsis im Erdgeschoss befinden sich Gemälde von Bischöfen und Priestern, das Tambour enthält Wandmalereien, die acht der zwölf Jünger Jesu zeigen und in der Kuppel darüber die Himmelfahrt der Gottesmutter Maria.

Da die Kirche auf dem Rand eines Felsens gebaut ist, ist ihre direkt über dem Abgrund hängende Ostfassade schwer zugänglich und weist kaum Verzierungen auf. Auf der Südfassade hingegen sind rund um den Eingang und die

Fenster Ornamente zu sehen, ebenso im Tympanon des Nordportals. Darin befindet sich ein Kreuz, das zwei mit Vögeln geschmückte Medaillons trägt. Als Tympanon wird in der Architektur eine halbrunde oder dreieckige dekorative Wandfläche über einem Eingang, einer Tür oder einem Fenster.

Zur Klosteranlage Sapara gehört auch ein Glockenturm mit einem kubischen Erdgeschoss, der einer der ältesten in Georgien ist.

Eine der ursprünglichen Steinplatten der Sankt Saba Kirche, in die eine Darstellung des heiligen Georg eingraviert ist, befindet sich heute im Nationalen Kunstmuseum von Georgien in Tbilisi.

Picture credits: beyondarts GmbH

Projekt “Increased regional added value in the tourism sectors of Georgia by Digital Heritage Tourism Guides”, gefördert durch die Austrian Development Agency (ADA) aus Mitteln der Österreichischen Entwicklungszusammenarbeit.

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