Das Kloster Sapara

Etwa 13 km südöstlich der Stadt Akhaltsikhe liegt das Kloster Sapara, eines der bekanntesten Wahrzeichen der Region.

Der georgische Name „Sapara“ bedeutet so viel wie „versteckt“ und scheint durchaus angemessen: als das Osmanische Reich im 16. Jahrhundert die Region eroberte, war das Kloster Sapara aufgrund seiner Lage einer der wenigen christlich-orthodoxen Kirchenkomplexe, die nicht sofort zerstört und geschlossen wurden.

Die Geschichte des Klosters Sapara begann möglicherweise bereits im 8. Jahrhundert, als eines der ersten Gebäude die Kirche Mariä Himmelfahrt errichtet wurde. Später folgte die Anlage selbst mit weiteren Kirchenbauten und einem Palast mit einer Wehranlage.

Der Klosterkomplex von Sapara besteht heute noch aus zahlreichen Gebäuden, die besichtigt werden können, u.a. die Kirche des Heiligen Saba, die Kirche Mariä Himmelfahrt und die Sankt Georgs Kirche. Vom ehemaligen Palast und einem Glockenturm sind noch Reste erhalten.

Obwohl Sapara bereits im 9. Jahrhundert ein lebhafter Klosterkomplex gewesen sein muss, erreichte es seine Blütezeit im späten 13. Jahrhundert, als Sapara in den Besitz der georgischen Adelsfamilie Jakeli fiel.

Sargis I. Jakeli, der 1268 der erste souveräne Fürst der Region Samtskhe wurde, ist gemeinsam mit seinem Sohn Beka für den Bau der größten Kirche des Sapara-Komplexes verantwortlich: die Kirche des Heiligen Saba, die mit ihrem kreuzförmigen Grundriss aus dem späten 13. Jahrhunderts stammt und im Inneren gut erhaltene Fresken aus dem 14. Jahrhundert besitzt. Die Kirche ist dem Heiligen Saba geweiht, einem Mönch und Priester aus dem 6. Jahrhundert, dessen Namen Fürst Sargis Jakeli in späteren Jahren annahm, als er selbst Mönch wurde.

Beka I. Jakeli, der seinem Vater von 1285 bis 1306 als regierender Prinz von Samtskhe folgte, baute zusätzlich einen großen Palast, dessen Überreste noch heute zu sehen sind. Vermutlich war der Sapara-Palast einst eine beeindruckende Burg aus grob behauenem Stein. Man vermutet, dass die Anlage zumindest ein zweites Stockwerk gehabt haben muss, heute sind nur noch Teile des Erdgeschosses zu sehen.

Als das Osmanische Reich im 16. Jahrhundert die Region die Region eroberte, konnten viele Kunstgegenstände aus Kloster und Palast in andere Städte Georgiens überführt und so vor Diebstahl und Zerstörung bewahrt werden.

Im Laufe des 19. Jahrhundert begannen wieder Mönche in der mittlerweile verfallenen Klosteranlage von Sapara zu leben und zu arbeiten. Aber bereits 1893 wurde das Kloster zunächst in eine Einsiedelei umgewandelt und dann im Laufe des 20. Jahrhunderts während der Herrschaft der Sowjetunion über Georgien vollständig für nicht-religiöse Aktivitäten umfunktioniert.

Erst nach dem Fall der Sowjetunion im Jahr 1989 wurde das religiöse Leben im Kloster Sapara wieder aufgenommen.

Anreise:
Von Akhaltsikhe fährt man zunächst einige Kilometer über die Hauptstraße ს 11 in Richtung Südosten, ehe man bei einem kleinen Kreisverkehr rechts auf eine kleine, lokale Straße abbiegt, die nach ca. 10 km direkt zum Kloster Sapara führt und auch dort endet. Die Straße war bei unserem Besuch (Mai 2022) in ausgezeichnetem Zustand und - für georgsiche Verhältnisse ungewöhnlich - auch mit einer neuen Leitplanke ausgestattet. Leider ist die Abzweigung von der Hauptstraße 11 nicht angeschrieben, aber einheimische Fahrer kennen den Weg. Man nimmt sich daher am besten ein Taxi (8-10 GEL). Fahrzeit von Akhaltsikhe ca. 20 min. 

Entfernungen:
Akhaltsikhe – Kloster Sapara: 10 km

Öffnungszeiten und Preise:
Das Kloster Sapara kann jederzeit besichtigt werden, der Eintritt ist frei.

Wichtige Hinweise:
Wie viele andere Klöster und Kirchen, bietet das Kloster Sapara keinerlei touristische Infrastruktur. Die Klosteranlage ist in sehr gutem Zustand, die St. Saba Kirche kann besichtigt werden. Im Innenraum sollte man auf Fotos verzichten und entsprechende, lange Kleidung tragen.      

Picture credits: beyondarts GmbH

Projekt “Increased regional added value in the tourism sectors of Georgia by Digital Heritage Tourism Guides”, gefördert durch die Austrian Development Agency (ADA) aus Mitteln der Österreichischen Entwicklungszusammenarbeit.

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